Hersteller von Kolbenkompressoren - Burckhardt verfehlt die Erwartungen zum Teil klar

Der Industriekonzern Burckhardt Compression hat im Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende März) dank einer Übernahme zwar mehr Umsatz erzielt, unter dem Strich jedoch deutlich weniger verdient.
06.06.2017 07:03
Burckhardt verfehlt die Erwartungen zum Teil klar
Bild: ZVG

Die Aktionäre müssen sich auf eine geringere Dividende einstellen. Markant tiefer ausgefallen sind auch die Auftragseingänge. 

Der Hersteller von Kolbenkompressoren zog 2016/17 Bestellungen über 474,9 Mio CHF an Land. Das waren 9,2% weniger als im Vorjahr. Dieses Minus ist umso bemerkenswerter, weil im Auftragseingang erstmals auch die Beiträge der im Frühling 2016 gekauften chinesischen Firma Shenyang Yuanda Compressor enthalten sind. Akquisitionsbereinigt betrug das Minus laut den Angaben 26%.

Regelrecht eingebrochen ist vor allem das wichtige Neumaschinengeschäft (-20% auf 280,6 Mio CHF). Das Service- und Komponentengeschäft legte derweil um 13% auf 194,3 Mio CHF zu.

Im Umsatz hinterliess diese geringe Nachfrage wegen der langen Bestellzyklen noch keine offensichtlichen Spuren. Er nahm um 15% auf 557,7 Mio CHF zu. Das Neumaschinengeschäft steuerte mit 367,2 Mio CHF (+11%) den Löwenanteil bei. Mit dem Service- und Komponentengeschäft wurde ein Umsatz von 190,5 Mio (+23%) verbucht.

Unter Druck waren die Margen. So halbierte sich zum Beispiel der Bruttogewinn im Neumaschinengeschäft, was in der Mitteilung mit dem aktuellen Produktmix und einem "ungewöhnlich aggressiven Marktumfeld" erklärt wird. Der EBIT nahm in der Folge um 16% auf 61,1 Mio CHF und die Marge auf 11,0% von 15,0% ab. Unter dem Strich steht ein 32% tieferer Reingewinn von 37,9 Mio CHF. Die Dividende soll nun auf 7,00 von 10,00 CHF gekürzt werden.

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Prognosen der Analysten beim Bestellungseingang erfüllt, bei den anderen Kennzahlen zum Teil klar verfehlt: Diese hatten im Schnitt (AWP-Konsens) mit einem Bestellungseingang von 476,6 Mio, einem Umsatz von 613,5 Mio, einem EBIT von 66,9 Mio, einem Reingewinn von 45,9 Mio sowie einer Dividende von 8,54 CHF pro Aktie gerechnet.

Im Ausblick wird für das Geschäftsjahr 2017/18 ein Umsatz auf Vorjahresniveau und eine EBIT-Marge zwischen 6% und 9% angepeilt. Im Neumaschinengeschäft werde sich der Bestellungseingang frühestens im darauf folgenden Geschäftsjahr wieder positiv entwickeln, schreibt das Unternehmen. Ab dann sei auch mit einer Erholung der Betriebsgewinnmarge zu rechnen.

(AWP)