Hildebrand fürchtet Katastrophe in Europas Finanzsektor

Der frühere SNB-Präsident Philipp Hildebrand fürchtet, dass es nach dem Brexit-Votum in Europas Finanzsektor zu einer Katastrophe kommt.
11.07.2016 10:50
Philipp Hildebrand, Vize-Chef des US-Vermögensverwalters Blackrock.
Philipp Hildebrand, Vize-Chef des US-Vermögensverwalters Blackrock.
Bild: Bloomberg

"Jetzt kommt so etwas wie die zweite Welle - neun Jahre nach der Finanzkrise", sagt er in der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag. Europa habe es in dieser Zeit verpasst, das Bankensystem zu sanieren. "Das war ein riesiger Fehler." Immer, wenn etwas schiefgehe - so wie jetzt das Votum der Briten für ein Ausscheiden aus der Europäischen Union -, komme an den Finanzmärkten die Frage auf, ob Europas Banken wirklich stabil seien.

Es sei eines der grossen Versäumnisse Europas, "dass wir das Bankenproblem immer unter den Teppich gekehrt haben", kritisiert Hildebrand, mittlerweile Vize-Chef des US-Vermögensverwalters Blackrock.

«Italien muss seine Banken rekapitalisieren»

Dass Italien seinen Geldinstituten nun mit Steuergeld helfen will, begrüsst Hildebrand. Wenn die Finanzstabilität gefährdet sei, dann dürfe ein Euro-Staat seinen Bankensektor mit frischem Kapital ausstatten, sagte er der Zeitung. Er sei "fest davon überzeugt, dass Italien nun seine Banken rekapitalisieren muss, um Schlimmeres zu verhindern".

Italien will Medienberichten zufolge beim Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel die Zustimmung zu einem Bankenrettungsplan einholen. Dazu müsste Rom eine Ausnahmeklausel der neuen EU-Abwicklungsregeln für Banken nutzen.

(AWP/SDA/AFP)