Hochfrequenzhandel kann Volatilität verstärken

Hochfrequenzhandel hat das Potenzial, in Zeiten höherer Volatilität die Marktliquidität sowohl zu steigern als auch zu senken. Dies ergab eine Studie der Deutschen Bundesbank.
29.10.2016 08:07
Hochfrequenzhandel: Wenn Rechner innerhalb von Sekundenbruchteilen Transaktionen ausführen.
Hochfrequenzhandel: Wenn Rechner innerhalb von Sekundenbruchteilen Transaktionen ausführen.
Bild: ©Sehenswerk/Fotolia.com

Die Analyse, die diese Woche im Bundesbank-Monatsbericht veröffentlicht wurde, betrachtete granulare Daten von Bund- und Dax-Future-Kontrakten, den beiden liquidesten deutschen Anlageinstrumenten, bei denen Hochfrequenzahndel (HFT) einen signifikanten Anteil an den Handelsaktivitäten ausmacht.

Die Ergebnisse legen nahe, dass HFT-Akteure in der Regel die Preisgestaltung am Markt verbessern. Doch es gibt Anzeichen, dass so genannte Market Maker, die Liquidität bereitstellen und ihre bereitgestellten Kauf- und Verkaufspreise in Abhängigkeit der Marktsituation kontinuierlich anpassen, sich in der Regel in Phasen hoher Volatilität zurückziehen. Das erhöht die Volatilität und könnte in extremen Fällen Marktverwerfungen bis hin zu Flash Events begünstigen, signalisiert die Studie.

"In einem ruhigen Marktumfeld leisten HFT-Marktteilnehmer einen bedeutenden Beitrag zur Liquidität", ist der Bundesbank-Studie zu entnehmen. "Für hoch volatile Marktphasen zeigen die Untersuchungen jedoch, dass HFT-Market-Maker sowohl im Bund- als auch im Dax-Future ihre Liquiditätsbereitstellung temporär reduzieren. Zudem sind einige HFT-Akteure in Zeiten höherer Marktschwankungen offenbar besonders aktiv und können daher zu trendverstärkenden Kursentwicklungen beitragen."

Die Ergebnisse können auch der anhaltenden regulatorischen Debatte über HFT Impulse geben, so die Studie.

"Zum einen demonstrieren sie, wie wichtig die Implementierung von Anreizmechanismen ist, damit passive HFT-Market-Maker die Liquiditätsbereitstellung auch in höheren Stressphasen am Markt aufrechterhalten", so die Studie. "Zukünftige Untersuchungen von Notenbanken, Regulierungsbehörden und akademischen Institutionen könnten von einem leichteren Zugang zu ähnlich granularen Daten profitieren."

(Bloomberg)