Höhere DividendeJulius Bär verdient deutlich mehr als erwartet

Die Julius-Bär-Gruppe hat im vergangenen Jahr einen adjustierten Konzerngewinn von 706 Millionen Franken eingefahren. Das ist mehr als erwartet. Auch das Neugeld wuchs stärker als prognostiziert.
01.02.2017 07:38
Das Logo von Julius Bär.
Das Logo von Julius Bär.
Bild: Bloomberg

Die Julius Bär Gruppe weist im Geschäftsjahr 2016 verbesserte Gewinnzahlen aus. Der um Integrations- und Restrukturierungskosten adjustierte Konzerngewinn lag mit 706 Millionen Franken allerdings nur leicht über dem um die US-Busse des Vorjahres bereinigten Wert von 702 Millionen Franken.

Der Konzerngewinn gemäss IFRS betrug mit 619 Millionen Franken dagegen mehr als das fünffache des Vorjahres, wie der Vermögensverwalter am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahreswert sind die hohen Rückstellungen für die Beilegung des Steuerstreits mit den USA enthalten. Die von der Bank verwalteten Vermögen lagen per Jahresende bei 336 Mrd Franken, was einem Anstieg gegenüber Ende 2015 von 12 Prozent entspricht. Der Neugeldzufluss blieb mit 11,9 Mrd Franken dabei allerdings leicht unter dem Wert von 12,1 Mrd Franken im Jahr 2015, entsprechend einem Zufluss von 4 Prozent der AuM. Damit bleibt die Bank am unteren Ende ihres Zieles eines Neugeldzuflusses von 4-6 Prozent der AuM.

Die Julius Bär-Aktionäre sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine erhöhte Dividende von 1,20 (VJ 1,10) Franken erhalten. Die Aktie von Julius Bär hat anfang 2016 stark an verloren, erholt sich nach einem volatilen Jahr seit November aber. Derzeit liegt der Kurs um 9,6 Prozent höher als vor zwölf Monaten.

166 neue Kundenberater

Insgesamt stieg der von der Vermögensverwaltungsgruppe erwirtschaftete Betriebsertrag um 5,0 Prozent auf 2'852 Millionen Franken. Die Bruttomarge sank im vergangenen Jahr um 2,5 Basispunkte auf 91 BP. Der um die US-Busse bereinigte adjustierte Geschäftsaufwand ist um 8 Prozent gestiegen, was vor allem grosse Investitionen in die Rekrutierung von Kundenberatern widerspiegle, so die Bank.

Die Bank hat im vergangenen Jahr netto 166 neue Kundenberater angestellt. Die Zahl der Kundenberater nahm insgesamt auf 1'383 zu. Damit folge man einer strategischen Entscheidung zu Beginn des Jahres 2016, eine grosse Anzahl erfahrener Private Banker einzustellen, so Julius Bär. Die Cost/Income-Ratio verschlechterte sich in der Folge etwas auf 68,9 Prozent nach 67,2 Prozent im Vorjahr.

Mit den Zahlen hat Julius Bär die Markterwartungen vor allem auf Gewinnebene übertroffen. Der adjustierte Konzerngewinn war gemäss AWP-Konsens mit 675 Millionen Franken erwartet worden, der IFRS-Konzerngewinn war mit 589 Millionen Franken ebenfalls tiefer gesehen worden. Die verwalteten Vermögen hatten die Analysten im Schnitt bei 333 Mrd Franken erwartet.

Zudem wird ein Wechsel in der Geschäftsleitung bekanntgegeben. Jan A. Bielinski wird per Ende Juni 2017 nach mehr als 30 Jahren bei Julius Bär als Chief Communications Officer (CCO) und Mitglied der Geschäftsleitung der Julius Bär Gruppe altershalber zurücktreten, wie es heisst. Seine NaFrankenolgerin als CCO und Mitglied der Geschäftsleitung der Gruppe wird per Anfang Juli 2017 Larissa Alghisi Rubner. Rubner war den Angaben zufolge von 2010 bis 2016 Group Head of Communications und seit Mitte 2015 Mitglied des Group Management Board der Asset-Management-Gruppe GAM.

(AWP/cash)