Hoffnung auf weiterhin billiges Geld treibt US-Börsen

An der Wall Street drehten die Kurse am Montag nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Damit machten sie einen kleinen Teil ihrer deutlichen Abschläge vom Freitag wett.
12.09.2016 22:50
Ein Halleluja auf weiter tiefe Leitzinsen: Händler an der Wall Street am Montag.
Ein Halleluja auf weiter tiefe Leitzinsen: Händler an der Wall Street am Montag.
Bild: Bloomberg

Die US-Börsen reagierten auf Äusserungen von Fed-Gouverneurin Lael Brainard. Diese warnte vor einem zu frühen Ende der lockeren Geldpolitik zur Stützung der Wirtschaft. Anders als viele Experten meinten, könnte der Arbeitsmarkt die Vollbeschäftigung noch nicht erreicht haben, sagte sie. Daher erscheine eine Straffung der Geldpolitik weniger zwingend. Dies dämpfte Sorgen unter den Anlegern vor einem baldigen Ende des billigen Geldes.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,3 Prozent höher auf 18'325 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 1,5 Prozent auf 2159 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 1,7 Prozent auf 5211 Stellen.

Im frühen Handel hatte noch die Furcht vor einem baldigen Abebben der Flut an billigem Geld die US-Anleger in die Flucht geschlagen. Zum Ende der Vorwoche war es mit den US-Börsen im Schnitt um über 2 Prozent nach unten gegangen. Überwiegend wird an den Terminmärkten erst für Dezember mit einer Zinserhöhung in der weltgrössten Volkswirtschaft gerechnet.

Grossfusion in Düngemittelbranche im Fokus

Bei den Einzelwerten richtete sich das Augenmerk auf die in den USA gelisteten Aktien des kanadischen Düngemittelkonzerns Potash. Er will mit dem Konkurrenten Agrium fusionieren, um einen Grosskonzern mit einem Börsenwert von rund 36 Milliarden Dollar zu schmieden. Potash-Aktien verloren 1,3 Prozent an Wert. Agrium-Papiere sackten 2,7 Prozent ab.

Praxair-Anteilsscheine verteuerten sich um 0,9 Prozent, nachdem der deutsche Gasekonzern Linde die Gespräche über eine Fusion abgebrochen hatte.

Der Einstieg des Investors Starboard Value, der sich häufig in das Geschäftsgebaren seiner Beteiligungen einzumischen versucht, kam bei den Aktionären des Pharmakonzerns Perrigo gut an. Die Titel legten mehr als 7 Prozent zu.

Ruhige Kreditmärkte

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,02 Milliarden Aktien den Besitzer. 2170 Werte legten zu, 832 gaben nach und 109 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,98 Milliarden Aktien 2052 im Plus, 781 im Minus und 165 unverändert.

Die US-Kreditmärkte bewegten sich kaum. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 1/32 auf 98-15/32. Die Rendite sank auf 1,670 Prozent. Der 30-jährige Bond verringerte sich um 4/32 auf 96-28/32 und rentierte mit 2,397 Prozent.

(Reuters)