HSBC fühlt sich stark genug für Aktienrückkauf

Die britische Grossbank HSBC spielt in der europäischen Bankenszene weiter eine Ausnahmerolle in puncto Kapital.
03.08.2016 07:03
Die HSBC verfügt über solide Reserven.
Die HSBC verfügt über solide Reserven.
Bild: cash

Während zahlreiche Konkurrenten wie die Deutsche Bank oder die italienische Unicredit mit Kapitalproblemen kämpfen, haben die Briten dank eines Spartenverkaufs in Brasilien zu viel Geld an Bord. Aus diesem Grund plant die HSBC im zweiten Halbjahr den Rückkauf von eigenen Aktien für bis zu 2,5 Milliarden Dollar (2,2 Mrd Euro). Dies teilte die Bank am Mittwoch in London mit.

Die Nachricht könnte der Aktie Auftrieb geben. Die Anteile der Bank, die mit einem Marktwert von rund 114 Milliarden Euro die teuerste europäische Bank ist, gehört mit einem Jahresverlust von bisher 10 Prozent noch zu den besten Titeln der Branche. Nach der Standard Chartered , deren Aktie leicht zulegen konnte, ist sie damit die zweitbeste Grossbank. Zum Vergleich: Der Börsenwert der Deutschen Bank im gleichen Zeitraum um die Hälfte auf nur noch 15 Milliarden Euro.

Im zweiten Quartal konnte sich die Bank der allgemeinen Branchenschwäche sowie den wirtschaftlichen Problemen in vielen wichtigen Ländern des Landes nicht entziehen. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten verdiente die gemessen am Börsenwert grösste europäische Bank immer noch viel. Der Gewinn vor Steuern sei um 45 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar (3,2 Mrd Euro) gefallen - bereinigt um Sondereffekte habe der Rückgang zehn Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar betragen. Die bereinigten Erträge gingen um fünf Prozent auf knapp 14 Milliarden Dollar zurück.

Unter dem Strich verdiente die Bank 2,35 Milliarden Dollar - das sind 44 Prozent weniger als vor einem Jahr, aber eben noch immer deutlich mehr als die Konkurrenz.

(AWP)