Ifo-Zahlen - Briten importieren vor Brexit-Datum im grossen Stil

Grossbritannien importiert wegen möglicher Zollprobleme durch den Brexit mehr. Dies wirkt sich auf die deutsche Wirtschaftsstatistik aus.
27.08.2019 08:03
Lieferwagen fahren die Londoner Geschäftsstrasse Kingsway herauf und hinunter.
Lieferwagen fahren die Londoner Geschäftsstrasse Kingsway herauf und hinunter.
Bild: cash

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich im August wegen vorgezogener Geschäfte mit Grossbritannien leicht aufgehellt. Die Exporterwartungen für die Industrie stiegen auf minus 2,1 Punkte von minus 2,7 Zählern im Juli, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 2300 Unternehmen mitteilte.

"Der Anstieg geht auf Firmen zurück, die nach Grossbritannien exportieren", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Der drohende harte Brexit führt zu starken vorgezogenen Importen der Briten." Ansonsten belaste der von den USA angefachte Handelsstreit weiterhin die deutsche Exportindustrie.

Im Automobilsektor erholten sich die Erwartungen nach den Rückschlägen in den Vormonaten etwas. "Jedoch werden weiterhin keine Zuwächse erwartet", sagte Fuest. Mit Optimismus auf die kommenden Monate blicke hingegen die Chemie-Industrie, deren Unternehmen mit merklichen Zuwächse beim Auslandsgeschäft rechneten. Gleiches gelte für die Möbelindustrie. "Im Maschinenbau wächst hingegen die Sorge", sagte Fuest. "Auch in der Metallbranche ist das Exportgeschäft weiterhin rückläufig."

Die deutschen Warenausfuhren sind im ersten Halbjahr lediglich um 0,5 Prozent auf 666 Milliarden Euro gewachsen. Besonders der Konflikt zwischen den beiden weltgrössten Wirtschaftsmächten USA und China belastet die globale Konjunktur. 

(Reuters/cash)