«Immer mehr Kunden wollens bequem»

Die Einkäufe selbst einscannen und kontaktlos bezahlen: Das machen hierzulande immer mehr Konsumenten. Dennoch wird das Kassenpersonal nicht verschwinden, sagt Benedikt Zumsteg von der Migros im cash-Video-Interview.
25.09.2014 15:40
Von Ivo Ruch
Benedikt Zumsteg ist Leiter Kundenmarketing bei der Migros.
Bild: cash

Wer an seinem Arbeitsplatz einen Badge braucht, verwendet die Technologie "Near Field Communication" (NFC) schon seit längerem täglich. Doch in jüngster Zeit findet NFC auch bei Handys und Kreditkarten eine immer stärkere Verbreitung. Damit können Beträge von bis zu 40 Franken kontaktlos und ohne Eingabe einer Geheimzahl bezahlt werden. Möglich ist das beispielsweise bei Migros, Coop, McDonald's, am Kiosk oder am SBB-Ticketautomat.

Bei der Migros ist inzwischen an sämtlichen Kassen kontaktloses Bezahlen möglich, wie Benedikt Zumsteg, Leiter Kundenmarketing der Migros, im cash-Video-Interview sagt. Diese Möglichkeit komme bei der Kundschaft sehr gut an, so Zumsteg.

Anteil steigt konstant

Bei der Migros, aber auch bei Konkurrent Coop machen Zahlungen mit Debit- oder Kreditkarten bereits mehr als 50 Prozent aus - Tendenz steigend. Migros-Kunden begleichen derzeit 20 Prozent aller Kreditkarten-Einkäufe kontaktlos. "Dieser Anteil steigt von Woche zu Woche", sagt Zumsteg. Die Beträge belaufen sich dabei auf durchschnittlich 25 Franken.

Die Möglichkeit, einfacher und schneller einkaufen zu können, wird zusätzlich durch die Verbreitung von Selbstbedienungskassen gefördert. "Wir haben viele Kunden, bei denen der Faktor Bequemlichkeit im Vordergrund steht", sagt Zumsteg. Dennoch glaubt er nicht, dass es in naher Zukunft kein Kassenpersonal mehr brauchen wird. "Der persönliche Kontakt wird weiterhin ein Bedürfnis unserer Kundschaft sein."

Schweizer stehen auf Bargeld

In den Fast-Food-Restaurants von McDonald's sind kontaktlose Buchungen seit 2008 möglich. Mittlerweile machen sie über 3 Prozent aller Zahlungen aus, wie Rolf Fäh von der Kreditkartenherausgeberin Aduno am Donnerstag an einem Medienanlass mitteilte. An Kiosken und in Avec-Läden sind es sogar über 6 Prozent.

Trotz dieser aufsteigenden Tendenz befindet sich kontaktloses Zahlen in der Schweiz im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Die USA, Grossbritannien, aber auch die skandinavischen Länder nehmen diesbezüglich eine Vorreiterrolle ein. Mit ein Grund dafür ist, dass kontaktloses Bezahlen noch nicht in Verbindung mit Debitkarten und der Postfinance-Karte möglich ist. Wann auch diese Karten mit der einfacheren Bezahlmethode ausgerüstet werden, ist noch unklar. Ein weiteres Hindernis: Trotz aller Bequemlichkeit sind Schweizerinnen und Schweizer immer noch Liebehaber von Bargeld.

Im cash-Video-Interview sagt Benedikt Zumsteg auch, ob die Migros für das digitale Bezahlsystem «Apple Pay» bereit ist.