Immobilienmarkt - In der Schweiz droht weiterhin eine Immobilienblase

Die Gefahr einer Blase auf dem Schweizer Wohnungsmarkt bleibt unverändert hoch. Das zeigt der UBS-Immobilienblasenindex, der im ersten Quartal 2017 gegenüber dem Vorquartal leicht auf 1,39 Indexpunkte zulegte.
05.05.2017 09:46
In der Schweiz wird nach wie vor viel gebaut - mit folgen für den Immobilienmarkt.
In der Schweiz wird nach wie vor viel gebaut - mit folgen für den Immobilienmarkt.
Bild: pixabay.com

Ausschlaggebend war die leichte Beschleunigung der nominalen Preisanstiege bei Eigenheimen, während Einkommen und Mieten stagnierten. Zudem erhöhte sich die Nachfrage nach Buy-to-let-Investitionen ('Kaufen um zu vermieten'), wie die Grossbank am Freitag mitteilte.

Die stagnierenden Mieten hätten im Berichtsquartal zum zehnten Mal in Folge zur Verschlechterung des Kauf-Mietpreis-Verhältnisses geführt. Dennoch zeige der Anteil der Kreditanträge (an die UBS) für nicht zum Eigengebrauch vorgesehene Liegenschaften wieder einen leichten Aufwärtstrend. Denn mittels grosszügigem Fremdkapitaleinsatz könnten mit Buy-to-let-Investitionen hohe Eigenkapitalrenditen erzielt werden.

Bautätigkeit bleibt zu hoch

Die ungebrochen hohe Zahl an Baubewilligungen lasse darauf schliessen, dass die Bautätigkeit im laufenden Jahr (zu) stark bleiben werde, heisst es weiter. So schätzen die UBS-Ökonomen, dass dieses Jahr der Neubau von Wohnungen die zusätzliche Wohnungsnachfrage um fünf- bis zehntausend Einheiten übertreffen wird.

Damit dürften insbesondere die Mieten für Neubauten ihren Sinkflug fortsetzen bzw. die Zeiten für Vermieter nochmals schwieriger werden. Die Investitionsnachfrage nach Eigenheimen sei primär auf die fest verankerte Erwartung anhaltender Tiefzinsen zurückzuführen. Im Falle einer Trendwende dürfte die starke Nachfrage nach Buy-to-let-Investitionen aber abrupt enden, so die Erwartung.

Leicht gedämpft wurde die Entwicklung des Immobilienblasenindex derweil durch eine höhere Inflationsrate. Der Anstieg der Konsumentenpreise um 0,6% gegenüber dem Vorquartal sei jedoch eher ein Einmaleffekt, meint man bei der UBS. Dennoch dürften die Ungleichgewichte auf dem Eigenheimmarkt bis Ende Jahr leicht abnehmen. Aktuelle Vorlaufindikatoren würden auf eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums hindeuten, während eine Stagnation der Eigenheimpreise bis Ende Jahr zu erwarten sei.

(AWP)