Immobilienunternehmen - PSP hebt nach Verkaufserfolg Guidance an

PSP Swiss Property hat im ersten Halbjahr 2017 einen geringeren Liegenschaftsertrag erzielt und auch der Gewinn vor Neubewertungen ging aufgrund geringerer Verkäufe zurück. Die Prognose wird jedoch angehoben.
18.08.2017 08:06
Eine Immobilie von PSP in Zürich.
Eine Immobilie von PSP in Zürich.
Bild: ZVG

Die Guidance für den Betriebsgewinn im Gesamtjahr wird jedoch nach einem erfolgten Verkauf nach dem Bilanzstichtag angehoben und bei der Leerstandsquote wird eine Verbesserung erwartet.

Der Liegenschaftsertrag sank in den ersten sechs Monaten um 1,4% auf 136,4 Mio CHF, teilt das Unternehmen am Freitag mit. Auf vergleichbarer Basis resultierte eine Abnahme um 2,1%. Hier nennt PSP die Beendigung eines Mietverhältnisses mit dem Mieter einer Büroliegenschaft in Petit-Lancy bei Genf, die nicht vollständig durch Neuvermietungen kompensiert werden konnte.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA kam unter Ausklammerung der Liegenschaftserfolge mit 114,9 Mio CHF um 7,7% unter dem Vorjahr zu liegen und der Reingewinn sank um 9,6% auf 80,4 Mio.

Mit den vorgelegten Zahlen hat PSP die Erwartungen der Analysten getroffen. Der Gewinnrückgang habe in erster Linie aus geringeren Erträgen aus dem Verkauf von Eigentumswohnungen resultiert, schreibt die Immobiliengesellschaft weiter. Dieser Ertrag sank auf 1,9 Mio CHF von 10,5 Mio im Vorjahr. Der Verkaufserfolg aus Anlageliegenschaften ging auf 308'000 CHF zurück von 1,1 Mio im Vorjahr.

Die Bewertungsdifferenz war mit 17,7 Mio positiv, nach noch einem Minus von 31,8 Mio im Vergleichszeitraum. Bei den Bewertungen hätten der tiefere Diskontierungssatz und erfolgreiche Neuvermietungen positiv gewirkt. Der Diskontierungssatz lag zur Jahresmitte nominell bei 3,73% und damit 9 Basispunkte tiefer als Ende 2016.

Die operativen Kosten gingen um 5,6% auf 27,1 Mio CHF zurück. Insbesondere die administrativen Kosten (-10%) und die Personalkosten (-11%) waren rückläufig, während die Unterhalts- und Renovationskosten anstiegen (+13%).

Geringerer Leerstand - Guidance angehoben

Der durchschnittliche Leerstand im 6,95 Mrd CHF schweren Immobilienportfolio nahm im Vorjahresvergleich ab und kam am Bilanzstichtag bei 8,7% zu liegen. Dies nach je 9,1% per Ende März 2017 und Juni 2016. Die Leerstandsquote per Ende Jahr wird neu bei 8,5% gesehen, nachdem zuvor ein Wert von rund 9% prognostiziert wurde.

Die Guidance für das Gesamtjahr wird nach dem Verkauf einer Immobilie angehoben. Auf Stufe EBITDA vor Bewertungseffekten wird neu für das Gesamtjahr ein Wert von mehr als 240 Mio CHF nach zuvor rund 225 Mio erwartet. Nach dem Bilanzstichtag wurde das Wohnbauprojekt "Salmenpark II" in Rheinfelden für 27,6 Mio CHF verkauft. Dank des Verkaufsgewinns, der ursprünglich nicht für das laufende Jahr vorgesehen war, habe sich das erwartete operative Ergebnis verbessert.

Trotz der an sich positiven Aussichten für die Schweizer Wirtschaft bleibe der Immobilienmarkt für Büro- und Verkaufsflächen anspruchsvoll, lautet die Markteinschätzung des Managements. Erfreulich sei, dass sich der Büromarkt zu stabilisieren scheine, insbesondere in der Zürcher Innenstadt. Das prognostizierten Wirtschaftswachstums für das laufende und kommende Jahr könne zu einer Nachfrageerholung bei Büroflächen führen. Das tiefe Zinsniveau und der Anlagenotstand bei institutionellen Investoren führe dazu, dass der Akquisitionsmarkt für gute Objekte hart umkämpft bleiben dürfte.

(AWP)