Index-Schwergewichte schieben Schweizer Börse kräftig an

Kursgewinne der Index-Schwergewichte haben am Dienstag die Schweizer Börse angeschoben. Nach zwei Tagen mit kräftigen Verlusten wurde es Zeit für eine technische Erholung, sagten Händler.
28.06.2016 17:30
Geschäft für Schweizer Luxusuhren an der Regent Street in London. Swatch und Richemont legen am Dienstag im SMI kräftig zu.
Geschäft für Schweizer Luxusuhren an der Regent Street in London. Swatch und Richemont legen am Dienstag im SMI kräftig zu.
Bild: cash

Mit wenigen Ausnahmen notierten die Standardwerte markant fester. Der SMI stieg um 2,4 Prozent auf 7773 Punkten. Es ist das stärkste Tagesplus des Leitindex seit Februar.

Wie lange der Aufschwung anhält, sei allerdings ungewiss, hiess es im Markt. Zu unklar seien die Folgen des Brexit. "Der Schock über den Ausstieg Grossbritanniens aus der EU wirkt noch nach und Wegweiser, die die neue Richtung zeigen könnten, wurden noch nicht aufgestellt", sagte ein Börsianer. Die Volatilität dürfte vorerst anhalten. Bei 7800 Punkten stösst der SMI Marktteilnehmer zufolge charttechnisch auf Widerstand.

Nestlé-Aktien gefragt

Den stärksten Beitrag zur Erholung leistete Index-Schwergewicht Nestle mit einem Kursplus von 3,3 Prozent. Analysten begrüssten die Ernennung von Ulf Mark Schneider zum neuen Konzernchef. CEO Paul Bulcke wird Präsident des Verwaltungsrats. Der weltgrösste Lebensmittelproduzent holt damit zum ersten Mal seit fast 100 Jahren einen Manager von ausserhalb des Konzerns an die Spitze. Schneider kommt vom deutschen Gesundheitskonzern Fresenius. An der Geschäftsstrategie soll sich aber nichts ändern, hiess bei Nestle.

Die beiden Pharmatitel Novartis und Roche trugen mit 2,8 und 2,2 Prozent Plus ebenfalls merklich zum SMI-Anstieg bei. Roche kann auf eine rasche Zulassung für sein Mittel gegen Multiple Sklerose in den USA hoffen.

Swatch und Richemont top

Stark zulegen konnten die Aktien der als zyklisch geltenden Luxusgüterfirmen Richemont und Swatch mit je rund 4,5 Prozent Kursgewinn. Die Anteile des Zementkonzerns LafargeHolcim zogen 3,6 Prozent an.

Gefragt waren auch Versicherungswerte: Swiss Re, Swiss Life und Zurich stiegen 2,2 bis 3 Prozent. Der Sektor erfreute sich europaweit steigender Kurse, der Brancheindex stieg um mehr als vier Prozent.

Die Aktien der Banken, die wegen der Furcht vor den Folgen des EU-Ausstiegs Grossbritanniens aus der EU schon stark unter die Räder gekommen sind, büssten anfängliche Gewinne überwiegend wieder ein. Die Anteile der Grossbank UBS sanken um 2 Prozent und notierten damit als einziger Bluechips schwächer. Die Titel von Rivale Credit Suisse machten nach einem Abrutschen bis auf das Rekordtief von zehn Franken etwas Boden wett und notierten nur noch um 0,1 Prozent tiefer.

Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB stiegen schlossen unverändert, der Prüfkonzern SGS wurde um 2 Prozent höher bewertet. Geberit und Clariant legten 1,7 und 2,3 Prozent zu.

Am breiten Markt stachen Valora mit einem Kursgewinn von 8,9 Prozent heraus. Baader Helvea hat die Titel der Einzelhandelsfirma zum Kauf empfohlen. Die Aktien von Newron, U-blox und Evolva, die zuletzt stark verloren hatten, erholten sich.

Die Aktie der Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare wurden um 4,4 Prozent tiefer angeschrieben - geschuldet war das allerdings der Dividendenauszahlung von 5,50 Franken.

(Reuters)