Industrie - Geberit übertrifft Prognose - Frankenkurs stützt

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im ersten Quartal 2018 den Umsatz klar gesteigert, gestützt vor allem von positiven Währungseffekten.
03.05.2018 08:30
Ein Lavabo von Geberit.
Ein Lavabo von Geberit.
Bild: zvg/Geberit

Werden diese ausgeklammert, ergibt sich noch immer ein solides Wachstumstempo im mittleren einstelligen Prozentbereich, wobei es insbesondere in Europa gut lief. Der Gewinn nahm trotz Gegenwind durch die steigenden Rohmaterial- und Personalkosten im zweistelligen Bereich zu. Der bisherige Ausblick auf das Geschäftsjahr 2018 wurde in etwa bestätigt.

Die Geberit-Aktie reagiert vorbörslich positiv mit einem Plus von 1,5 Prozent.

Der Umsatz zog gegenüber dem Vorjahr um knapp 12 Prozent auf 823,1 Millionen Franken an, bereinigt um Währungseffekte ergab sich ein Plus von 4,7 Prozent. Die Verkäufe wurden von positiven Währungseffekten in der Höhe von 51 Millionen gestützt, wie Geberit am Donnerstag mitteilte. Das Umsatzwachstum sei einerseits auf das positive, aber noch immer gemischte Umfeld in der Bauindustrie und andererseits auf die "erfolgreiche Marktbearbeitung" zurückzuführen.

Stark von Europa abhängig

Regional gesehen erreichte das Unternehmen im mit Abstand wichtigsten Markt Europa ein währungsbereinigtes Wachstum von 4,2 Prozent, während auf dem Kontinent Amerika (+3,1%) und in Nahost/Afrika (+2,8%) die Verkäufe etwas langsamer anzogen. In der Region Fernost/Pazifik erhöhte sich der Umsatz um beinahe einen Drittel, allerdings ist der Anteil am Gesamtumsatz von Geberit hier noch sehr klein. Von den Produktegruppen wuchsen die Installations- und Spülsysteme etwas schneller als die Rohrleitungs- und die Badezimmersysteme.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA erhöhte sich um gut 12 Prozent auf 245,4 Millionen Franken und die entsprechende Marge um 10 Basispunkte auf 29,8 Prozent. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dieser Kennwert im Jahr 2018 nicht mehr von Einmalkosten im Zusammenhang mit der Sanitec Akquisition beeinflusst.

Material- und Personalkosten höher

Das zum Vorjahr angestiegene operative Ergebnis profitierte von den höheren Volumina sowie von kontinuierlichen Effizienzsteigerungen, wie Geberit schreibt. Negativ wirkten sich dagegen höhere Rohmaterialpreise sowie tarif- und kapazitätsbedingt gestiegene Personalkosten aus. CEO Christian Buhl hatte bereits im März die steigenden Personalkosten als Herausforderung für 2018 bezeichnet, insbesondere im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland und in Polen. Für Deutschland prognostiziert er allein wegen der Tarifabschlüsse im Baugewerbe ein Plus bei den Personalkosten von rund 3 Prozent.

Der Reingewinn erhöhte sich um über 14 Prozent auf 175,7 Millionen, womit auch dieser Wert gut über den Erwartungen der Analysten lag. Die Einmalkosten für die Integration der 2014 übernommenen Sanitec beliefen sich auf Stufe Reingewinn noch auf 7 Millionen Franken. Deren Eingliederung in Geberit ist mittlerweile aber weitgehend abgeschlossen.

Ausblick kaum verändert

Für das Gesamtjahr 2018 hätten sich die Einschätzungen seit der Veröffentlichung der Ergebnisse für das Gesamtjahr 2017 im März nicht wesentlich verändert, heisst es zum Ausblick. Die Bauindustrie sollte sich im Jahr 2018 insgesamt positiv, jedoch je nach Region, Markt und Bausektor weiterhin stark unterschiedlich entwickeln. Die Rohmaterialpreise dürften im zweiten Quartal weiter leicht steigen und sich damit im ersten Halbjahr 2018 über denjenigen der Vorjahresperiode bewegen.

Innerhalb Europas erwartet Geberit eine Fortsetzung der Erholung. Dabei dürfte das Wachstumspotential in Deutschland trotz einer gesunden Nachfrage aufgrund der limitierten Kapazitäten an Installateuren eingeschränkt bleiben. Ein positives Umfeld wird zudem für die Märkte Schweiz, Österreich, Frankreich und Benelux erwartet.

Ein gemischtes Bild mit einer sich teilweise abschwächenden Marktdynamik sieht das Unternehmen in Skandinavien. Und auch in Osteuropa zeige sich keine einheitliche Tendenz, heisst es.

(AWP)

 

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