Industrie- und Automationskonzern - Anleger reagieren zurückhaltend auf ABB-Milliardenkauf

ABB übernimmt für 2,6 Milliarden Dollar die Elektrosparte GE Industrial Solutions vom US-Konzern General Electric. Die Aktie reagiert kaum.
25.09.2017 09:16
Beim ABB-Hauptsitz in Oerlikon ZH.
Beim ABB-Hauptsitz in Oerlikon ZH.
Bild: cash

ABB erhofft sich von der Akquisition Synergien von rund 200 Millionen Dollar, wie der Konzern am Montag mitteilte. Die Übernahme stärke zudem ABBs Position als weltweite Nummer zwei in der Elektrifizierung und erweitere den Zugang zum nordamerikanischen Markt.  Der Abschluss der Übernahme wird in der ersten Jahreshälfte 2018 erwartet. Zudem formen ABB und GE eine langfristige Partnerschaft für ABB-Produkte.

Investoren reagieren eher reserviert auf die Akquistion. Die Aktie von ABB tendiert am Montag im frühen Handel an der Schweizer Börse unverändert bei 24 Franken, nachdem der Titel vorbörslich noch fast 1 Prozent zugelegt hatte. In den letzten 12 Monaten hat der Titel knapp 10 Prozent gewonnen.

Die laue Reaktion der Börse ist wohl darauf zurückzuführen, dass über den Deal zwischen den Konzernen schon länger spekuliert worden war. Im August kamen Gerüchte auf, dass die Verkaufsverhandlungen wieder aufgenommen wurden. Die Bank Vontobel hat aber auch eine weitere Erklärung: "Die meisten Marktteilnehmer hätten eine Übernahme in einem anderen Bereich bevorzugt", wie Analyst Panagiotis Spiliopoulos schreibt.

GE hatte die Sparte Ende Dezember 2016 zum Verkauf gestellt. Industrial Solutions bietet unter anderem Anlagen zur Verteilung von Strom sowie Antriebstechniken an. In dem Bereich sind 13'500 Mitarbeiter in 30 Anlagen weltweit beschäftigt. 2016 setzte der Geschäftsbereich rund 2,7 Milliarden Dollar um, wovon etwa 8 Prozent als Betriebsgewinn vor Amortisationen und Abschreibungen übrig blieben.

GE ist seit Jahren dabei, das Geschäft zu straffen und steht unter dem Druck des Hedgefonds Trian Fund Management, der vom Investor Nelson Peltz geführt wird. Dieser fordert eine Konzentration auf das Industriegeschäft sowie Kostensenkungen. Erst im März wurde die Wassersparte an den französischen Konzern Suez und einen kanadischen Pensionsfonds für 3,4 Milliarden Dollarverkauft.

(SDA/AWP/cash)