Hügli meint

Industriekonzern - ABB-Aktionäre dürfen von Rosengren keine Wunderdinge erwarten

Björn Rosengren kommt mit vielen Vorschusslorbeeren auf den Chefposten von ABB. Die gebeutelten Aktionäre sollten die Sache aber erst mal nüchtern betrachten.
12.08.2019 07:45
Von Daniel Hügli, Chefredaktor cash
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Bild: Geri Born

Als Chef des Industriekonzerns Sandvik hat Björn Rosengren den Aktienkurs seit 2015 zeitweise mehr als verdoppelt. Nun kommt dieser Björn Rosengren als CEO zu ABB. Er löst Verwaltungsratspräsident Peter Voser ab, der das Amt mehrere Monate interimistisch geleitet hatte.

Eine Verdoppelung des Aktienkurses in bloss vier Jahren? So etwas treibt den gebeutelten ABB-Aktionären fast Tränen der Rührung in die Augen. Wir wissen es: Seit fast zehn Jahren schwankt der Aktienkurs von ABB um die Marke von 20 Franken. Die Firmengeschichte des schweizerisch-schwedischen Konzerns - vor allem seit der Finanzkrise - ist eine Historie von Enttschäuschungen für Investoren.

Die bleierne Zeit wurde zwar immer wieder durch kleine Euphorieschübe unterbrochen. So etwa, als Ulrich Spiesshofer 2013 den CEO-Posten übernahm und mit vielen Ankündigungen aufwartete. Er ging im April dieses Jahres mit einem Aktienkurs, der nach sechs Jahren fast auf den Punkt unverändert war: Bei 20 Franken.

Auch als Spiesshofer ging, schnellte der Kurs um über 5 Prozent nach oben. Dieser Optimismus verpuffte bald. In den letzten vier Monaten hat die Aktie sogar fast 20 Prozent verloren.

Daher sollten die ABB-Aktionäre erst mal auf dem Boden bleiben. Der 60-jährige Rosengren wird viele Dinge anschieben. Aber ABB ist ein extrem komplexer Konzern, daran sind schon viele Manager gescheitert. Die Probleme werden für Rosengren diesselben sein. Zumal tritt der Schwede seinen Job ausgerechnet in einer Zeit an, in der sich die Zeichen einer abflauenden Konjunktur mehren. Das wird nicht einfach für den Erfolgsmanager.

 

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