Industriezulieferer - Bossard reduziert Umsatzprognose für Gesamtjahr

Bossard hat auch im dritten Quartal 2018 ein hohes Wachstumstempo angeschlagen, allerdings gab es gegenüber den ersten beiden Quartalen eine gewisse Verlangsamung.
10.10.2018 07:01
Tesla ist ein wichtiger Kunde des Zuger Schraubenlogistikers Bossard.
Tesla ist ein wichtiger Kunde des Zuger Schraubenlogistikers Bossard.
Bild: cash

Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen weiterhin einen guten Geschäftsgang, da aber viele Kunden an der Kapazitätsgrenze arbeiten und der Franken wieder stärker geworden ist, wird die erst im August angehobene Umsatzprognose für das Gesamtjahr wieder etwas zurückgenommen.

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9,3 Prozent auf 212,7 Millionen Franken. In Lokalwährungen ergab sich dabei ein Plus von 7,5 Prozent, wie der Spezialist für Verbindungs- und Montagetechnik am Mittwoch mitteilte. Mit diesem Umsatz hat Bossard die Erwartungen der Analysten nicht ganz erreicht, der AWP-Konsens lag bei 215,7 Millionen.

Die Umsatzdynamik habe sich im Berichtsquartal in Europa und in Asien etwas verlangsamt, hiess es zum Geschäftsgang. Dafür hat die Dynamik des US-Geschäfts dank der steigenden Nachfrage des grössten Elektrofahrzeugherstellers Tesla spürbar zugenommen.

In der grössten Region Europa zogen die Verkäufe auf 117,6 Millionen Franken an, was in Lokalwährungen einer Zunahme um 4,0 Prozent entspricht. Für das gegenüber den Vorquartalen verlangsamte Wachstum macht Bossard teilweise die hohe Kapazitätsauslastung bei einigen Kunden verantwortlich, was überdurchschnittliche Wachstumsraten verhindert. Ausserdem sei die Vergleichsbasis aus dem dritten Quartal des Vorjahres bereits auf hohem Niveau. Nicht zuletzt schmälere aber auch der wieder fester tendierende Schweizer Franken den Umsatz.

Produktionsbeschleunigung bei Tesla hilft

In Amerika legten die Verkäufe im dritten Quartal um knapp 15 Prozent auf 60,4 Millionen Franken zu. Profitiert hat das Unternehmen - wie erwähnt - unter anderem auch von der Produktionsbeschleunigung bei Tesla mit dem bisher kleinsten und günstigsten Modell 3. Bossard darf den Kunden zwar offiziell nicht nennen, es ist aber ein offenes Geheimnis, dass die beiden wichtigsten Kunden von Bossard in den USA der Elektromobil-Hersteller sowie der Landmaschinenproduzent John Deere sind.

In Asien erreichte das Unternehmen ein Wachstum in Lokalwährungen von knapp 8 Prozent und erzielte einen Umsatz von 34,7 Millionen Franken. Auch in diesen Märkten scheine es eine gewisse Normalisierung der Nachfrage zu geben, so Bossard.

Für die ersten neun Monate insgesamt weist Bossard gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen knapp 12 Prozent höheren Umsatz von 659,0 Millionen aus. In Lokalwährungen resultierte ein Wachstum von 9,3 Prozent.

Umsatzprognose wird reduziert

Für das Gesamtjahr 2018 zeigt sich Bossard wieder etwas vorsichtiger als noch im vergangenen August, als die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf rund 880 Millionen von zuvor 850 Millionen angehoben wurde. Aufgrund der Hinweise von Kunden sowie der Einkaufsmanager-Indizes sei weiterhin mit einer expansiven Wirtschaftsentwicklung und einem Umsatz im vierten Quartal auf hohem Niveau zu rechnen, heisst es zum Ausblick.

Gegenüber dem starken Vorjahresquartal dürfte aber die Wachstumsrate etwas tiefer ausfallen. Die Normalisierung der Wachstumsraten, insbesondere in Europa, sei zudem darauf zurückzuführen, dass viele Kunden an ihren Kapazitätsgrenzen arbeiteten. Ausserdem belaste der starke Schweizer Franken das Wachstum bis Ende Jahr. Vor diesem Hintergrund wird neu ein Umsatz im Gesamtjahr von rund 865 Millionen Franken in Aussicht gestellt.

(AWP)