Inflation in der Euro-Zone bleibt am Boden

Trotz der Geldschwemme der EZB steigen die Preise in der Euro-Zone kaum.
18.08.2016 11:31
Neues EZB-Hauptquartier in Frankfurt: Die Geldschwemme der EZB bleibt wirkungslos.
Neues EZB-Hauptquartier in Frankfurt: Die Geldschwemme der EZB bleibt wirkungslos.
Bild: cash

Waren- und Dienstleistungen waren im Juli durchschnittlich 0,2 Prozent teurer als vor einem Jahr, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag auf Basis endgültiger Daten mitteilte. Zum Vormonat verbilligten sich die Lebenshaltungskosten um 0,6 Prozent.

Im Juni lag die Jahresteuerung noch bei 0,1 Prozent. Als Dämpfer wirkte im Juli erneut Energie, die sich insgesamt um 6,7 Prozent verbilligte. Rechnet man diesen Bereich heraus, ist die Jahresteuerung mit 1,0 Prozent deutlich höher. Doch die Europäische Zentralbank (EZB) ist noch weit von ihrem Inflationsziel von knapp zwei Prozent entfernt, das ihr als ideal für die Konjunkturentwicklung gilt.

Folgenlose Geldschwemme

Die EZB versucht, mit einem gross angelegten Wertpapier-Ankaufprogramm die Inflationsrate in die Höhe zu hieven und die Konjunktur anzukurbeln. Seit März 2015 haben die Frankfurter Währungshüter und die nationalen Notenbanken der Euro-Länder allein Staatspapiere im Umfang von 968,64 Milliarden Euro in ihre Bücher genommen.

Die Industrieländer-Vereinigung OECD hat der EZB zu einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik geraten, sollte die Inflation im Euro-Raum nicht wie erwartet anziehen. EZB-Fachleute rechnen laut ihrer Prognose vom Juni damit, dass die Verbraucherpreise dieses Jahr nur um 0,2 Prozent zulegen. 2017 soll die Inflation dann auf 1,3 und 2018 auf 1,6 Prozent steigen. Damit würde die Notenbank ihr Ziel noch immer verfehlen. Mit Spannung warten Fachleute auf die in drei Wochen anstehende September-Sitzung der Zentralbank mit den aktualisierten Vorhersagen der EZB-Experten.

(Reuters)