Institut für Weltwirtschaft (IfW) - Deutschland steht vor Ende des Aufschwungs

Ökonomen vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnen mit einem baldigen Ende des Aufschwungs in Deutschland.
06.09.2018 11:09
Blick über den Hafen von Hamburg.
Blick über den Hafen von Hamburg.
Bild: Bloomberg

Zwar sei die Hochkonjunktur noch nicht vorbei, sagte IfW-Experte Stefan Kooths anlässlich der am Donnerstag vorgelegten Herbstprognose des Instituts. "Deutschland muss sich aber auf den Abschwung gefasst machen." Bereits zu Beginn des kommenden Jahrzehnts sei mit ausgereizten Kapazitäten zu rechnen. Dann dürfte es Engpässe etwa beim Personal und bei Gütern geben, die für die Produktion notwendig sind. Besonders betroffen sei die Bauwirtschaft.

Für das laufende Jahr senkten die Forscher ihre Wachstumsprognose gegenüber der Schätzung vom Sommer von 2,0 auf 1,9 Prozent und für 2019 von 2,3 auf 2,0 Prozent. Vor allem bei den Exporten sowie den Unternehmensinvestitionen sei die Entwicklung zuletzt enttäuschend gewesen und die amtlichen Statistiker hätten Daten nach unten korrigieren müssen, hiess es zur Begründung. Im Jahr 2020 sei noch mit einem Wachstum um 1,9 Prozent zu rechnen.

Derzeit profitiere die deutsche Wirtschaft noch von hohen Konsumausgaben sowie einer güngstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Nettolöhne dürften laut IfW 2019 in der Summe um 5,3 Prozent steigen - und damit so kräftig wie nach dem Boom infolge der Wiedervereinigung nicht.

(AWP)