Interesse chinesischer Investoren an Schweizer KMU nimmt zu

Es sind nicht nur die Schweizer Grossunternehmen, wie etwa Syngenta, die in den Fokus chinesischer Investoren rücken.
16.10.2016 14:16
China-Flagge weht unter Beleuchtungskörpern am Tiananmen-Platz in Peking.
China-Flagge weht unter Beleuchtungskörpern am Tiananmen-Platz in Peking.
Bild: cash

Vielmehr sind diese Investoren verstärkt auch an den kleinen und mittleren Schweizer Betrieben interessiert, wie es in einem Bericht der "SonntagsZeitung" heisst. Das Interesse aus China an Schweizer KMU habe seit Jahresbeginn stark zugenommen, bestätigt etwa Beat Unternährer, Partner bei der Corporate Finance Group, dem Blatt. Die Gruppe ist auf chinesische Übernahme spezialisiert.

Alleine seine Gruppe sei derzeit mit mehr als zehn Schweizer KMU im Gespräch, für die es Interessenten aus China gebe, lässt der wissen. Nachdem bis vor kurzem bei Interesse aus China bei vielen Unternehmen zunächst noch die Schockstarre eingesetzt habe, nehme das Misstrauen gegenüber den Investoren aus Fernost nach und nach ab. So sei die Hälfte der KMU, die derzeit in Gesprächen seien, auf ihn zugekommen, so Unternährer weiter.

Jürg Stucker von dem auf Firmenübernahmen spezialisierten Beratungsunternehmen Oaklins erklärt gegenüber dem Blatt, durch die Übernahmen grosser Schweizer Unternehmen wie Syngenta seien die hiesigen KMU offener für Investoren aus China geworden. "Akquisitionen durch chinesische Firmen werden salonfähig", so Stucker.

Chinesen wollen vor allem Schweizer Firmen

Gleichzeitig gehören Schweizer Unternehmen innerhalb Europas laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY zu den gefragtesten Unternehmen bei den Chinesen.

Wie Kurt Haerrie, der viele Jahre die Handelskammer Schweiz-China geleitet hat, noch ergänzt, gelte das Interesse der Chinesen nicht unbedingt dem Schweizer Markt, sondern vielmehr der Technologie.

Und genau hierin sieht Armin Raiber, Vizepräsident von Swissrail, auch gewisse negative Aspekte. Denn das Wissen fliesse dann nach China. Diese Märkte würden dann von den lokalen Tochterfirmen der chinesischen Käufer abgedeckt und nicht mehr von den westlichen Unternehmen. Die Folge: Die westlichen Firmen müssten ihre Expansionspläne nach China oft begraben und im schlimmsten Fall träten die chinesischen Unternehmen mit der Zeit als Konkurrenten auf.

Allerdings, so schränkt Oliver Müller, Direktor des Verbandes Swissmechanic ein, kämen Investoren aus China angesichts der mitunter restriktiven Kreditvergabe der Banken für viele Unternehmen als gelegene Geldgeber.

(AWP)