Inverse Zinskurve - US-Zinskurve sendet Rezessionssignal

Wegen Virus-Angst flüchten sich Investoren in US-Staatsanleihen. Erstmals rentieren kurzfristige Anleihen wieder mehr als langfristige.
25.02.2020 07:11
Steinerne Bodendekoration mit dem Wappenemblem der USA, das einen Adler zeigt.
Steinerne Bodendekoration mit dem Wappenemblem der USA, das einen Adler zeigt.
Bild: Pixabay

Aus Furcht vor den Folgen des neuartigen Coronavirus flüchten sich Investoren in US-Staatsanleihen. Die Zinsen für zehnjährige US-Papiere fielen am Montag auf 1,359 Prozent und damit den niedrigsten Stand seit Juli 2016. Zugleich zogen sie sich aus den Papieren mit einer Laufzeit von drei Monaten zurück. Damit lagen die Zinsen für die kurzfristigen Anleihen fast 0,2 Prozentpunkte über denen für die länger laufenden Anleihen, so viel wie seit Oktober nicht mehr. Diese sogenannte inverse Zinskurve gilt als Rezessionssignal für die USA. "Es ist eine Flucht in Qualität", sagte Ellis Phifer, Marktstratege beim Finanzdienstleister Raymond James. Seit Ende vergangenen Jahres seien die Renditen in den USA unter Druck.

Justin Onekwusi, Portfoliomanager bei der Fondsverwaltung Legal & General sagte, die Kurse am US-Anleihemarkt spiegelten die Erwartung wider, dass das weltweite Wachstum unter zwei Prozent fallen dürfte. Das gilt allgemein als gleichbedeutend mit einer Rezession, wenn man das Bevölkerungswachstum und stärkere Zunahmen in Schwellenländern in Betracht zieht.

In Italien sind inzwischen sieben Menschen an der Lungenkrankheit gestorben, auch aus mehreren Ländern ausserhalb Asiens wurden Infektionen gemeldet. Am europäischen Aktienmarkt brachen die Kurse so stark ein wie seit dem Brexit-Referendum im Juni 2016 nicht mehr. Die Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs rechnen nun nur noch mit 1,2 Prozent Wachstum in den USA, bislang waren es 1,4 Prozent. Sie begründeten dies dem Sender CNBC zufolge mit den Folgen der Epidemie. 

(Reuters)