Investieren nach Facebook-Manier

Einem Top-Trader in die Karten schauen oder selber Fans hinter sich scharen? Social-Trading-Plattformen machen es möglich.
09.09.2014 11:30
Von Frédéric Papp
Bevor man einem Trader traut, sollte man ihn genau beobachten.
Bevor man einem Trader traut, sollte man ihn genau beobachten.
Bild: © Rrraum/Fotolia.com

Social Trading ist der neueste Trend unter aktiven Tradern. Vorreiter sind die Netzwerke wikifolio.com aus Österreich, ayondo.com und moneymeets.com aus Deutschland und etoro.com mit Sitz in Zypern. Auf diesen Plattformen machen Anleger ihr Depot öffentlich und diskutieren einzelne Aktien oder Marktbewegungen.

Der Anlageerfolg ist in Echtzeit einsehbar. Ranglisten zeigen, wer wie abgeschnitten hat. Das Ganze gleicht dem Prinzip von Anlagefonds. Doch statt Fondsmanager sind es hier private Trader, und vieles läuft viel transparenter ab - Fondsmanager lassen sich eher ungern in die Karten blicken.

Anlagestrategie nachhandeln oder mitverfolgen

Social-Trading-Portale bieten verschiedene Möglichkeiten. So kann man diverse Depots und damit die Anlagestrategie anderer Mitglieder mit echtem Geld nachhandeln. Je nach Plattform auf unterschiedliche Art und Weise, zum Beispiel über Livekonten oder Zertifikate. Den Anlegern stehen diverse Suchkriterien offen, um eine Anlage­strategie zu finden, die dem individuellen Risikobedürfnis entspricht.

Es besteht aber kein Investitionszwang. Die öffentlich gemachten Transaktio­nen können einfach nur verfolgt werden, ohne selbst aktiv zu werden. Weiter ist es möglich, selbst ein oder mehrere Muster­depots zu erstellen und zu publizieren. Ähnlich einem Vermögensverwalter ­kassiert man bei einem positiven Verlauf Performancegebühren. Dazu muss das Depot aber für andere Mitglieder investierbar gemacht werden. Je nach Anbieter gelten unterschiedliche Bedingungen.

Nur in etwas investieren, das man auch versteht

Die besten Portfolios verblüffen mit teils horrenden Renditen. Durch die veröffentlichten Ranglisten besteht eine grosse Verlockung, den aktuell besonders erfolgreichen Tradern zu folgen und hier Kapital anzulegen. Allerdings handelt es sich hierbei oftmals um riskante Strategien mit entsprechend hohen Verlustrisiken.

Deshalb sollten Anleger nicht überstürzt in ein Depot einsteigen, sondern die Strategie des Traders eine Weile unter die Lupe nehmen. Weiter sollten Investoren nicht alles auf eine Karte setzen, sondern den Anlagebetrag auf mehrere Anlagestrategien verteilen. Und auch hier gilt: Man sollte nur in etwas investieren, das man wirklich versteht.

Diesen Artikel finden Sie auch im Jubiläums-Magazin «cash VALUE Trading» 2014. Das Magazin können Sie gratis bestellen, als PDF herunterladen oder als ePaper lesen.