Iran sagt Londoner Ölkonferenz ab

Der Iran hat eine Konferenz in London für Investoren seines Öl- und Gasgeschäfts abgesagt. Die britische Botschaft in Teheran sei nicht in der Lage gewesen, für Vertreter iranischer Unternehmen Visa auszustellen.
30.01.2016 17:10
Visa-Probleme verunmöglichen die geplante Öl-Konferenz.
Visa-Probleme verunmöglichen die geplante Öl-Konferenz.
Bild: Pixabay

Dies sagte der Vizechef der National Iranian Oil, Ali Kardor, der Wochenzeitung "Seda" am Samstag. Die Visa-Abteilung müsse ihre Arbeit erst noch aufnehmen. Bei dem vom 22. bis 24. Februar geplanten Treffen sollten den Investoren, die nach Ende der Sanktionen mit der Islamischen Republik Geschäfte machen wollen, neue Öl- und Gasverträge präsentiert werden. Nun solle die Konferenz im Mai stattfinden, sagte Kardor.

Wegen Unsicherheiten im Zusammenhang mit den gegen die Islamische Republik wegen des Atomstreits verhängten Sanktionen war die Konferenz bereits fünf Mal abgesagt worden. Die internationalen Strafmaßnahmen wurden erst im in diesem Monat aufgehoben. Iran hat angekündigt, seine Ölförderung massiv auszuweiten. Die Aussichten darauf haben mit zum rasanten Fall des Ölpreises in den vergangenen Wochen beigetragen.

Schon vor Aufhebung der Sanktionen hatten sich im November 135 Firmen, darunter die britische BP, die französische Total, die italienische Eni und die spanische Repsol in Teheran die Pläne vorstellen lassen. Das Vorhaben des pragmatischen Präsidenten Hassan Ruhani ist innenpolitisch nicht unumstritten. Insbesondere Hardliner kritisieren Ruhanis Erdölpolitik. Am Samstag löste die Polizei nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Tasnim vor dem Ölministerium in Teheran eine Demonstration von rund 50 Gegnern der Pläne auf.

(Reuters)