Italien und Fed machen Schweizer Anlegern Sorgen

Die bevorstehende Parlamentswahl in Italien und Angst vor einem versiegenden Notenbank-Geldstrom in den USA haben am Donnerstag ihre Spuren an der Schweizer Börse hinterlassen.
21.02.2013 17:35
Grosse Verluste an der Schweizer Börse am Donnerstag.

Der Standardwerteindex SMI weitete im Handelsverlauf seine Verluste aus und notiert zum Schluss 1,6 Prozent schwächer mit 7506 Zählern. Die schwächere Eröffnung an Wall Street hatte die Stimmung noch einmal belastet. Der SPI fällt 1,5 Prozent auf 6904 Punkte.

In den USA und anderswo befürchteten Marktteilnehmer, dass die US-Notenbank Fed ihre lockere Geldpolitik schneller beenden könnte als bisher erwartet. Aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der letzten Zinssitzung der Fed geht hervor, dass mehrere Notenbanker skeptisch im Hinblick auf den Erfolg des bisherigen Kurses sind. Nun könnte die Fed ihr milliardenschweres Anleiheprogramm drosseln oder sogar ganz stoppen, noch bevor es die erhoffte Wende am Arbeitsmarkt gebracht hat, spekulierten einige Analysten. Auf der Seele lag vielen Anlegern auch die Umfragen des Markit-Instituts unter Einkaufsmanagern zum Geschäftsverlauf. Da liess sich herauslesen, dass die Privatwirtschaft der Euro-Zone im Februar ihre Talfahrt beschleunigte. In den USA stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosengeld.

Die Swiss-Re-Aktie ist der einzige Standardwert, der einen Kursgewinn verbuchen kann. Der Rückversicherer schüttet eine Sonderdividende aus und das verhilft dem Titel zu einem Gewinn von 2,5 Prozent. Der Konzergewinn stieg um 60 Prozent. Die Dividendenrendite liegt bei rund 10 Prozent. Bei den Midcaps verbuchen Schindler PS Kursgewinne.

Grossbanken-Aktien im Rückwärtsgang

Die Titel der Großbanken bewegen sich im Strom des schwachen europäischen Bankensektors. Credit Suisse verlieren 4 Prozent und UBS sinken um gut 2 Prozent.

Etwas besser als die Banken liegen die konjunkturabhängigen Industrietitel im Markt. Gegen Schluss wurden die Tagesverluste wieder etwas abgebaut. Sulzer sinken um 0,8 Prozent, obwohl nun auch UBS das Kursziel für die Aktie deutlich nach oben setzte. ABB und Adecco verlieren gut 1 Prozent.

Auch defensive Werte wie Nestlé, Novartis und Roche können sich dem Abwärtstrend nicht entziehen. Nestlé verlieren 0,9 Prozent. Novartis geben 1,5 Prozent nach. Swatch verlieren 1,2 Prozent und Richemont 2 Prozent. Neue Zahlen, die eine Wiederanspringen der Uhrenexporte signalisieren, wurden wenig beachtet.

Straumann erholen sich im Tagesverlauf

Die Titel des Zahnimplantate-Herstellers Straumann erholen sich von früheren Verlusten im Gefolge des Jahresberichts. Nach einem Rückgang bis auf 122 Franken notieren die Titel nur noch leicht schwächer bei 125 Franken. Nobel Biocare geben gut 1 Prozent nach.

Über 11 Prozent verliert die Micronas-Aktie. Der Chiphersteller habe die Markterwartungen nicht erfüllen können, sagen Händler. Die Aktie führt die Verliererliste im breiten Markt an.

(Reuters)