Italiens Notenbank findet Bieter für gerettete Banken

Die italienische Notenbank hat Insidern zufolge mehrere verbindliche Angebote für vier kleine vor der Insolvenz gerettete Banken erhalten.
21.07.2016 21:06
Italiens Banken stehen derzeit wegen fauler Kredite in vielen Bilanzen unter Druck.
Italiens Banken stehen derzeit wegen fauler Kredite in vielen Bilanzen unter Druck.
Bild: Pixabay

Mindestens drei Investoren hätten Offerten für die Institute abgegeben, die vor gut einem halben Jahr mit Geld aus einem Garantiefonds vor dem Aus bewahrt worden seien, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag. Einem zweiten Insider zufolge sind der US-Fonds Apollo Global Management und der Finanzinvestor Lone Star unter den Bietern. Nähere Informationen waren zunächst nicht zu erhalten.

Am Donnerstag war die Frist für Angebote für die Institute Banca Marche, Banca Etruria, CariChieti und CariFe ausgelaufen, die im November 3,6 Milliarden Euro aus dem Garantiefonds der italienischen Banken erhalten haben. Sollten sie nun für weniger als 1,65 Milliarden Euro verkauft werden, müssen die gesunden Institute nach Einschätzung von Antonio Patuelli, Chef des italienischen Bankenverbands, weiteres Geld zuschiessen.

Italiens Banken stehen derzeit wegen fauler Kredite in vielen Bilanzen unter Druck. Als Folge der jahrelangen Wirtschaftsflaute haben die Geldhäuser einen Berg notleidender Kredite aufgetürmt, was die ohnehin schon schwache Profitabilität der Institute belastet. EZB-Chef Mario Draghi sagte nach der Ratssitzung in Frankfurt, die Probleme der schwachen Ertragskraft von Banken müssten angegangen werden. Ein öffentliches Auffangnetz sei bei besonderen Umständen nötig. Es müsse allerdings mit der EU-Kommission abgestimmt werden. Italien führt derzeit Gespräche mit der EU-Kommission, damit das Land seine schwächelnden Geldhäuser unterstützen darf. EU-Vorschriften erlauben Staatshilfen nur unter aussergewöhnlichen Bedingungen.

(Reuters)