IWF-Chefin Lagarde fordert von Deutschland mehr Investitionen

IWF-Chefin Christine Lagarde hat Deutschland und weitere Industrienationen zu mehr Investitionen für zusätzliches Wirtschaftswachstum aufgefordert.
06.10.2016 16:01
Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF).
Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF).
Bild: Bloomberg

Länder wie Deutschland, Kanada und Südkorea hätten Spielraum und sollten diesen nutzen, um Konjunktur und Produktivität anzukurbeln, sagte Lagarde am Donnerstag in Washington vor Beginn der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Diese drei Länder sollten vorangehen.

Die ab 2017 von der Bundesregierung geplanten Steuersenkungen von jährlich 6,3 Milliarden Euro seien Teil eines hoffentlich grösseren Pakets, sagte Lagarde. So sollte auch zusätzlich in die Infrastruktur investiert werden. "Es ist jetzt gewiss die richtige Zeit dafür", sagte Lagarde auch mit Blick auf die aktuell günstigen Finanzierungsbedingungen.

Lagarde appellierte zugleich an alle IWF-Länder, zusätzliche Massnahmen für mehr Wachstum und Beschäftigung zu ergreifen: "Handelt bitte", sagte Lagarde. "Jedes Land kann etwas bieten und kann etwas tun." Die IWF-Chefin forderte erneut einen Mix aus Geldpolitik, finanzpolitischen Massnahmen und Strukturreformen. Das Wachstum der Weltwirtschaft sei zu lange zu niedrig und komme zu wenigen Menschen zugute. Auch sei eine verstärkte Kooperation der Staatengemeinschaft erforderlich.

(AWP)