IWF warnt EZB vor weiteren Zinssenkungen

Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben die EZB davor gewarnt, die Zinsen noch tiefer in den negativen Bereich zu drücken.
11.08.2016 11:56
Die deutsche Bankenmetropole Frankfurt: Bei weiter sinkenden Zinsen sieht der IWF die europäischen Banken bedroht.
Die deutsche Bankenmetropole Frankfurt: Bei weiter sinkenden Zinsen sieht der IWF die europäischen Banken bedroht.
Bild: cash

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe nur einen "begrenzten Spielraum für weitere substanzielle Zinssenkungen, ohne dabei die Profitabilität der Banken zu schädigen," hiess es in einem am Donnerstag auf der IWF-Webseite einsehbaren Blog-Beitrag der hauseigenen Ökonoms Andy Jobst and Huidan Lin. Weitere Zinsschritte nach unten könnten zudem die Wirksamkeit der Geldpolitik gefährden - falls etwa die Kreditvergabe nicht mitlaufe oder Bargeld von den Banken abgezogen werde.

Die Leitzinsen in der Euro-Zone liegen bereits seit März auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Darüber hinaus müssen Geldhäuser Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der EZB über Nacht Geld parken. Inzwischen liegt dieser sogenannte Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent. In Deutschland beklagen Banken seit längerem, dass es ihnen in ihrem angestammten Kreditgeschäft wegen der ultra-niedrigen Zinsen zunehmend schwer fällt, auskömmliche Gewinne zu erzielen.

Würden erneute geldpolitische Anreize für die Wirtschaft der Euro-Zone nötig sein, sollte sich die EZB aus Sicht von Jobst und Lin auf ihre Wertpapierkäufe konzentrieren. Denn durch diese würden Preise und Nachfrage angeschoben und auch die Kreditvergabe unterstützt. Das seit März 2015 laufende Wertpapier-Kaufprogramm der EZB ist auf 1,74 Billionen Euro angelegt und umfasst neben Staatsanleihen, Regionalbonds, Hypothekenpapiere und Pfandbriefe seit kurzem auch Firmenanleihen.

(Reuters)