IWF-Warnung - Schuldenlast vieler Länder könnte bald zum Problem werden

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor neuen Risiken durch eine zu hohe Schuldenlast in vielen Ländern.
11.10.2017 14:30
«Zu viel Geld ist auf der Jagd nach zu wenigen ertragreichen Anlagen.» (Zitat aus dem Bericht zur Finanzstabilität des Weltwirtschaftsfonds)
«Zu viel Geld ist auf der Jagd nach zu wenigen ertragreichen Anlagen.» (Zitat aus dem Bericht zur Finanzstabilität des Weltwirtschaftsfonds)
Bild: Pixabay

Neben den Banken verspürten zunehmend auch andere Wirtschaftssektoren einen grossen Druck aus der Bedienung von Schulden, heisst es im Bericht zur Finanzstabilität des Weltwirtschaftsfonds, der am Mittwoch in Washington vorgestellt wurde.

In China, der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt, habe der Bankensektor inzwischen eine Grösse erreicht, die das Dreifache der Wirtschaftsleistung des gesamten Landes umfasst. Weltweit stecke ein Drittel der systemrelevanten Banken noch in Schwierigkeiten und könne bis ins Jahr 2019 hinein keine nachhaltigen Gewinne erwirtschaften.

Die lange Periode ultrabilligen Geldes hatte viele Unternehmen und Privatleute zur Aufnahme hoher Kredite zu Niedrigzinsen verleitet. Insgesamt sind in den entwickelten Ländern die Privathaushalte laut IWF mit im Schnitt 65 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschuldet.

«Zu viel Geld»

"Die lange geldpolitische Unterstützung für die grossen Volkswirtschaften könnte zum Aufbau neuer finanzieller Exzesse führen", warnt der Fonds in seinem Bericht. "Zu viel Geld ist auf der Jagd nach zu wenigen ertragreichen Anlagen."

Nur 5 Prozent aller festverzinslichen Anlagen werfen demnach einen Ertrag von mehr als 4 Prozent ab. Vor der Finanzkrise waren es 80 Prozent. Deshalb liessen sich viele Investoren in Regionen ausserhalb ihrer eigentlichen Risikogrenzen drängen. Der Jubel über immer neue Rallyes an den Börsen erscheint so in einem anderen Licht.

(AWP)