Jahreszahlen der GrossbankUBS macht weniger Reingewinn

Die UBS hat 2016 einen Reingewinn von 3,3 Milliarden erwirtschaftet. Das ist deutlich weniger als im Vorjahr. Das Schlussquartal war zwar besser als erwartet, erleidet aber einen Dämpfer in der Vermögensverwaltung.
27.01.2017 07:42
UBS-Gebäude an der Park Avenue in New York.
UBS-Gebäude an der Park Avenue in New York.
Bild: cash

Die UBS kann erwartungsgemäss nicht an das gute Ergebnis aus dem Vorjahr anschliessen. Der Konzerngewinn der Bank halbiert sich 2016 im Vergleich zu 2015. Sowohl in der Vermögensverwaltung wie im Investmentbanking sanken die Überschüsse deutlich. Die Aktionäre sollen eine ordentliche Dividende von 60 Rappen erhalten. Im Vorjahr wurden insgesamt 85 Rappen ausgeschüttet: zur ordentlichen Dividende von 60 Rappen kam damals noch eine Sonderdividende von 25 Rappen im Zusammenhang mit den bedeutenden Höherbewertungen von latenten Steueransprüchen.

Lahmende Börsen, handelsmüde Kunden und Sondereffekte lassen die UBS im Vorjahresvergleich nicht gut aussehen. So fällt der Reingewinn mit 3,3 Milliarden Franken um 47 Prozent tiefer aus als 2015, wie die UBS am Freitag mitteilte. Der Vergleich ist jedoch auch durch Sondereffekte aus dem Vorjahr verzerrt, in dem die Grossbank von hohen Steuergutschriften profitiert hatte. Ohne Sondereffekte weist die UBS einen um 24 Prozent tieferen bereinigten Gewinn von 4,2 Milliarden Franken aus.

Rückschläge hinnehmen musste die Grossbank vor allem im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft und in der Investmentbank. So erzielte die internationale Vermögensverwaltung noch einen Vorsteuergewinn von 1,9 Milliarden Franken nach 2,7 Milliarden Franken im Vorjahr. Auch die Investmentbank schloss mit einem Vorsteuergewinn von 1,0 Milliarden deutlich schlechter als im Vorjahr ab (1,9 Milliarden Franken.)

Sich steigern konnte die Bank sich dagegen im Geschäft mit den Schweizer Privat- und Firmenkunden (+7 Prozent auf 1,8 Milliarden Franken) und in der Vermögensverwaltung in den USA. Mit einem um 54 Prozent höheren Vorsteuergewinn auf 1,1 Milliarden Franken hat die UBS in diesem Geschäft sogar einen neuen Rekord erzielt. 

Viertes Quartal durchzogen

Die Bank hat im vierten Quartal 2016 aber deutlich mehr verdient als von den Analysten im Vorfeld erwartet.  Im Schlussquartal erwirtschaftete sie einen Gewinn von 738 Millionen Franken. Damit blieb die UBS etwas hinter den im Vorjahr erreichten 949 Millionen Franken zurück - allerdings wirkten sich damals hohe Steuergutschriften positiv auf das Ergebnis aus. Vor Steuern weist die Bank im vierten Quartal 2016 einen Gewinn von 848 Millionen aus, nach 234 Millionen im Vorjahr und 877 im dritten Quartal.

In den Vermögensverwaltungseinheiten sind im Schlussquartal Gelder abgezogen worden: Insgesamt verzeichnete das Wealth Management einen Abfluss 4,1 Milliarden Franken (Q3: +9,4 Mrd). Dafür verantwortlich seien zur Hauptsache Rückzüge im Cross-Border-Geschäft in Höhe von 7,4 Milliarden Franken vor allem in den Emerging Markets und Asien/Pazifik. Im Bereich Wealth Management Americas flossen im Schlussquartal 1,3 Milliarden Dollar ab (Q3: +0,8 Mrd).

Im Quartalsergebnis enthalten sind als Sonderfaktoren zusätzliche Rückstellungen für Rechtsfälle und ähnliches von 162 Millionen Franken sowie Restrukturierungskosten in Höhe von 372 Millionen, schreibt die Bank am Freitag in einer Mitteilung. Die Zahlen des vierten Quartals lagen damit insgesamt deutlich über den Erwartungen der Analysten. Diese hatten gemäss AWP-Konsens ein Konzernergebnis von 296 Millionen, einen Vorsteuergewinn von 362 Millionen sowie Erträge von 6,86 Milliarden Franken prognostiziert.

CEO Sergio Ermotti zeigt sich in der Mitteilung zufrieden mit dem Ergebnis: "2016 war das Marktumfeld sehr anspruchsvoll, trotzdem erzielten wir ein solides Ergebnis." Dies verdanke die Bank dem ausgewogenen Geschäfts- und geografischen Mix und dem starken Fokus auf die Umsetzung der Strategie. Wealth Management Americas habe ein Rekordresultat und das Schweizer Personal & Corporate Banking das beste Jahresergebnis seit 2008 erreicht, so der UBS-Chef weiter.

Weitere Fortschritte verzeichnete die UBS auch in ihren Bemühungen zur Reduktion der Kosten. So wurden im vierten Quartal weitere 100 Millionen eingespart, womit sich die annualisierten Kosteneinsparungen nun auf 1,6 Milliarden belaufen. Die UBS sieht sich weiter auf Kurs, das anvisierte Sparziel von 2,1 Milliarden bis Ende 2017 zu erreichen.

Kaum verändert hat sich die Kapitalposition der Bank zum Jahresende. Die harte Kernkapitalquote (CET1, vollständig umgesetzt) reduzierte sich auf 13,8%, nach 14,0% per Ende des dritten Quartals. Die CET1-Leverage Ratio verbesserte sich leicht auf 3,5% nach 3,4% per Ende September.

Zurückhaltender Ausblick

Mit Blick gibt sich die UBS weiter zurückhaltend - aber etwas weniger ausgeprägt als auch schon. Wohl seien Kundenstimmung und Transaktionsvolumen weiterhin durch makroökonomische Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und divergierende politische Stossrichtungen beeinträchtigt. Dennoch beobachte die Bank, vor allem in den USA, erste Anzeichen eines wachsenden Anlegervertrauens. Dies werde dem Wealth-Management-Geschäft möglicherweise zugutekommen.

Tiefer als erwartete und negative Zinsen, insbesondere in der Schweiz und der Eurozone, setzen die Nettozinsmarge weiterhin unter Druck. Höhere US-Dollar-Zinsen könnten möglicherweise kompensierend wirken, hofft die UBS. Weiter steigende Kapitalanforderungen und Kosten seien aus deren Umsetzung der neuen Bankkapitalstandards in der Schweiz sowie der angekündigten weiteren Anpassungen des internationalen regulatorischen Rahmens für Banken zu erwarten.

UBS werde ihre Strategie weiterhin diszipliniert umsetzen, um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken und von jeder weiteren Verbesserung des Marktumfelds zu profitieren, so das Fazit des Managements.

(SDA/AWP/cash)