In Japan sinken Preise und Konsumausgaben

Enttäuschende Konjunkturdaten halten den Druck auf die japanische Regierung und die Notenbank im Kampf gegen die hartnäckige Wirtschaftsflaute hoch.
30.09.2016 06:33
Werbung für Billig-Essen vor einem Restaurant in Tokio. Die Preise in Japan fallen und fallen.
Werbung für Billig-Essen vor einem Restaurant in Tokio. Die Preise in Japan fallen und fallen.
Bild: cash

Die Verbraucherpreise fielen im August in der Kernrate ohne die schwankungsanfälligen Lebensmittelpreise überraschend kräftig um 0,5 Prozent und damit den sechsten Monat in Folge, wie die Regierung in Tokio am Freitag mitteilte

Zugleich sanken die Ausgaben der Privathaushalte binnen Jahresfrist um 4,6 Prozent und damit fast doppelt so stark wie von Experten erwartet. Es ist der stärkste Rückgang seit März. Ein Lichtblick kam von der Industrie. Hier legte die Produktion überraschend deutlich um 1,5 Prozent zu.

Die Bank von Japan (BoJ) hatte erst kürzlich die Stossrichtung ihrer ultralockeren Geldpolitik neu justiert, nachdem die Niedrigzinsen und die bisherigen Konjunkturspritzen nach dreieinhalb Jahren noch immer ohne durchschlagende Wirkung geblieben sind.

Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda hielt sich zuletzt alle Optionen offen, um die angestrebte Inflationsrate von zwei Prozent möglichst bald zu erreichen und die Gefahr einer Deflation - eines für die Wirtschaft schädlichen Preisverfalls auf breiter Front - zu bannen.

Zudem dürfte Ministerpräsident Shinzo Abe unter Zugzwang bleiben, sein umfangreiches Konjunkturpaket um Strukturreformen und weitere Wachstumsanreize zu ergänzen.

(AWP)