Japans Aussenhandel bleibt schwach

Japans Aussenhandel kommt wegen des starken Yen und der geringen Nachfrage wichtiger Handelspartner wie China und den USA nach wie vor nur schwer auf die Beine.
24.10.2016 07:00
Japanische Waren werden weniger ausgeführt: Werbung für Essen im Tokioter Stadteil Harajuku.
Japanische Waren werden weniger ausgeführt: Werbung für Essen im Tokioter Stadteil Harajuku.
Bild: cash

Im September ging der Export zurück und auch bei den Importen gab es erneut einen Rückgang. Die Ausfuhren seien um 6,9 Prozent gefallen, teilte das Finanzministerium am Montag in Tokio mit. Der Rückgang fiel damit aber geringer aus als noch in den Vormonaten. Volkswirte hatten zudem mit einem zweistelligen Minus gerechnet.

Da zudem das Exportvolumen - also die abgesetzte Menge ohne Umrechnungsverluste durch den starken Yen - so stark anzog wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, stuften einige Experten die Daten positiv ein. "Bei den Exporten zeichnet sich eine Trendwende ab", sagte etwa Nomura-Ökonom Masaki Kuwahara. "Weltweit und besonders in Japan ziehen die Aktivitäten von Industriebetrieben an. Das ist gut für die Ausfuhren Japans."

Die Importe gingen im September um 16,3 Prozent zurück - auch hier hatten von Bloomberg befragte Experten mit einem höheren Minus gerechnet. Es war der 21. Rückgang in Folge. Dabei machten sich erneut die wieder stärkere heimischen Währung, aber vor allem die stark gesunkenen Preise für Öl und Energie bemerkbar. Unter dem Strich gab es im September in der Handelsbilanz einen Überschuss von fast 500 Milliarden Yen (4,41 Mrd Euro).

Eine Erholung des Aussenhandels wäre einer der wichtigsten Punkte für eine Besserung der wirtschaftlichen Lage des Landes. Regierung und Notenbank versuchen seit Jahren die lahme Wirtschaft mit einer immer weiteren Lockerung der Geldpolitik und milliardenschweren Konjunkturprogrammen anzukurbeln.

(AWP)