Japans Industrieproduktion zieht an

In Japan gibt es einen Hoffnungsschimmer für die trotz intensiver Belebungsversuche der Notenbank und Regierung nach wie vor schwächelnde Wirtschaft des Landes.
30.11.2016 07:04
In Japan zeigt sich die Industrie besser als erwartet. Bild: Industriekamine rauchen im Abendlicht.
In Japan zeigt sich die Industrie besser als erwartet. Bild: Industriekamine rauchen im Abendlicht.
Bild: Pixabay

Die Industrieproduktion hat sich im Oktober dank einer anziehenden Nachfrage aus dem Ausland etwas besser entwickelt als Experten erwartet hatten. Die Regierung rechnet zudem mit einem starken Anstieg im November.

Im Oktober sei die Produktion der Industriebetriebe im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent gestiegen, teilte die Regierung am Mittwoch in Tokio mit. Experten hatten grösstenteils mit einem leichten Rückgang oder einer Stagnation gerechnet. Es war zudem der dritte Anstieg in Folge - wobei das Plus im August und September noch höher ausgefallen war.

Für den November sagt die Regierung sogar ein Anstieg um 4,5 Prozent voraus - wohingegen im Dezember mit einem leichten Rückgang gerechnet wird. Insgesamt dürfte der Sektor aber wieder einen positiven Beitrag zur Wirtschaftsleistung des Landes im letzten Viertel des Jahres beisteuern. Das Bruttoinlandsprodukt war bereits im vergangenen Quartal dank eines gestiegenen Überschusses im Aussenhandel stärker gestiegen als erwartet.

Erholung noch auf wackeligen Beinen

Damit konnte die nach wie vor schwache Binnennachfrage kompensiert werden. Unternehmen halten sich bei Investitionen weiterhin zurück und auch die Konsumausgaben sind schwach. Aber auch hier hatte es im Oktober Anzeichen einer Besserung gegeben. So sind die Ausgaben der privaten Haushalte nach Angaben vom Dienstag nicht mehr so stark gefallen wie zuletzt und auch der Umsatz im Einzelhandel ging nicht mehr so stark zurück wie noch im Monat davor.

Dennoch steht die jüngste Erholung der Wirtschaft nach Einschätzung von Experten wegen der schwachen Binnennachfrage auf wackligen Beinen. Ausserdem könnte Japan vor neuen Herausforderungen stehen: Als neu gewählter Präsident der USA steht Donald Trump als Bremser für den Freihandel und könnte daher der japanischen Exportwirtschaft einen Strich durch die Rechnung machen.

Aktuell wirkt sich die Wahl aber positiv aus, da der US-Dollar seitdem auch im Vergleich zum Yen gestiegen ist und damit auch die Exportchancen für japanische Unternehmen erhöht./zb/mne/das

(AWP)