Japans Notenbank öffnet Geldschleusen weniger als erhofft

Im Kampf gegen Wirtschaftsschwäche und Deflation öffnet die japanische Notenbank ihren Geldhahn weiter. Die Währungshüter kündigten am Freitag an, mehr Wertpapiere aufzukaufen. Die Leitzinsen bleiben unverändert.
29.07.2016 06:47
Die Bank of Japan pump noch mehr billiges Geld in die Wirtschaft.
Die Bank of Japan pump noch mehr billiges Geld in die Wirtschaft.
Bild: Bloomberg

Im Kampf gegen Wirtschaftsschwäche und Deflation öffnet die japanische Notenbank ihren Geldhahn weiter. Die Währungshüter kündigten am Freitag an, mehr Wertpapiere aufzukaufen. Allerdings betrifft dies nur börsengehandelte Fonds (ETF) und nicht andere Papiere wie Staatsanleihen. Die Leitzinsen beliess die Zentralbank bei minus 0,1 Prozent.

Damit widerstand sie dem Druck der Regierung und der Märkte, noch mehr zu unternehmen, um dem Inflationsziel von zwei Prozent näher zu kommen. Anleger reagierten enttäuscht. Die Zentralbank habe die Erwartungen nicht erfüllt, sagte Norio Miyagawa von Mizuho Securities in Tokio. Die Bank von Japan (BOJ) wolle es nicht zugeben, aber sie habe mit ihren Massnahmen ihre Grenzen erreicht. Der japanische Leitindex Nikkei trat auf der Stelle, nachdem er nach der BOJ-Entscheidung deutlich ins Minus gerutscht war.

Im Kampf gegen eine drohende Rezession und einen Preisverfall auf breiter Front hatte die Notenbank zuletzt wiederholt signalisiert, dass sie die Geldschleusen notfalls weiter öffnen werde. Bislang nahmen die Währungshüter jährlich 80 Billionen Yen (umgerechnet rund 678 Milliarden Euro) in die Hand, um Wertpapiere zu kaufen und so die Wirtschaftsflaute zu bekämpfen.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hatte am Mittwoch ein umgerechnet mehr als 240 Milliarden Euro schweres und damit überraschend grosses Paket zur Ankurbelung der Konjunktur angekündigt. Damit schürte er Spekulationen auf eine aggressive Lockerung der Geldpolitik durch die BOJ, um diese Massnahmen zu flankieren.

(Reuters)