Japans Notenbank wird optimistischer - Nullzinsen bleiben

Die japanische Notenbank bleibt bei ihrer extrem lockeren Geldpolitik. Gleichzeitig schätzt sie die lange schwächelnde Wirtschaft des Landes positiver ein als zuletzt.
20.12.2016 07:12
Die Bank of Japan in Tokio hat mit fallenden Preisen zu kämpfen.
Die Bank of Japan in Tokio hat mit fallenden Preisen zu kämpfen.
Bild: Bloomberg

Die japanische Notenbank blickt etwas optimistischer auf die Entwicklung der Wirtschaft des Landes als noch zuletzt. Vor allem die Lage bei den Exporten habe sich in den vergangenen Wochen gebessert, teilte die Bank of Japan (BoJ) am Dienstag zum Abschluss einer zweitägigen Sitzung in Tokio mit. Zudem sei die Stimmung in den Unternehmen gestiegen. Wie von allen von Bloomberg befragten Experten erwartet, änderten die Währungshüter nichts an ihrem extrem lockeren geldpolitischen Kurs.

Die Notenbank versucht seit Jahren gemeinsam mit der Regierung mit negativen Zinsen und milliardenschweren Anleihekäufen die lahme Wirtschaft anzukurbeln. Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel, den Yen zu schwächen, um so die Exportwirtschaft zu unterstützen und die stagnierende Entwicklung der Preise, die wie ein Mühlstein auf der Wirtschaft lastet, zu beleben. Schützenhilfe bekam Notenbankchef Haruiko Kuroda zuletzt ausgerechnet durch die Wahl von Donald Trump zum US-Präsident.

Dieser will zwar die US-Wirtschaft unter anderem durch protektionistische Massnahmen stärken. Dies könnte langfristig die Geschäfte japanischer Unternehmen wie Toyota oder Sony in den USA erschweren, kurzfristig profitieren sie aber von der durch Trump ausgelösten Dollar-Stärke. So gab der Kurs des Yen im Vergleich zum Dollar seit der Wahl Trumps Anfang November deutlich nach und gab damit fast alle Gewinne des Jahresverlaufs wieder ab.

Notenbankchef Haruiko Kuroda unter Druck

Dies brachte Kuroda aus seiner jüngsten Zwickmühle. Nachdem sein extrem lockerer Kurs am Markt nicht mehr gewirkt hatte und die heimischen Banken wegen der Negativzinsen stark unter Druck geraten sind, musste er im September die Regeln für die Anleihekäufe ändern. Die Notenbank musste sich mehr Spielraum verschaffen, um die Renditen von Staatsanleihen bei längeren Laufzeiten nicht noch weiter absacken zu lassen. Damit sollten die Risiken der extrem lockeren Geldpolitik abgefedert werden.

Zudem hatte er im September weitere Massnahmen angedeutet. Der Yen verlor danach allerdings nur leicht an Wert - erst die Trump-Wahl brachte einen stärkeren Verlust der japanischen Währung mit sich. Damit ist Kuroda erst einmal aus der Schusslinie. Die meisten Experten gehen daher davon aus, dass er bis zum Ende seiner Amtszeit im April 2018 die Geldpolitik nicht noch weiter lockert.

Derzeit liegt das jährliche Volumen der Wertpapierkäufe durch die Notenbank bei 80 Billionen Yen (654 Mrd Euro) und der Leitzins bei minus 0,1 Prozent. Bei der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen wird ein Wert um die Nullmarke angepeilt.

(AWP)