Jetzt Aktien mit Schwellenland-Präsenz kaufen

Eine britische Grossbank macht bei dem Aktien westlicher Unternehmen mit einem starken Standbein in den Schwellenländern Einstiegsgelegenheiten aus. Anleger sollten das Thema allerdings sehr selektiv angehen.
24.03.2014 08:28
Von Lorenz Burkhalter
Barclays zählt auch die Aktie von ABB zu einer Gruppe kaufenswerter Titel mit Schwellenländer-Fantasie.

Noch bis vor wenigen Monaten wurden Aktien von Unternehmen mit einem hohen Ergebnisbeitrag aus den Schwellenländern an den Märkten frenetisch gefeiert. Seither hat bei Anlegern ein grundlegendes Umdenken stattgefunden. Und tatsächlich könnten sich die sich abzeichnende Wachstumsverlangsamung und die Währungsturbulenzen vorübergehend als Bumerang erweisen.

Dennoch sehen die Strategen der britischen Grossbank Barclays Capital erstmals selektive Einstiegsmöglichkeiten. Insbesondere bei den Aktien von konjunkturabhängigen Unternehmen mit einem starken Standbein in den Schwellenländern sei die Bewertung auf den Buchwert bezogen in einen interessanten Bereich zurückgefallen. Wiederhole sich die Vergangenheit, dann sei in Zukunft wieder mit einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung zu rechnen.

Auf der von den Strategen zusammengestellten Liste finden sich mit den Aktien von ABB, Clariant, Givaudan und Holcim auch solche von vier bestens bekannten Schweizer Unternehmen. Darüber hinaus setzt sich die Liste aus den Valoren von Renault, Aberdeen, Ashmore Group, Akzo Nobel, Raiffeisen International, HSBC, Standard Chartered, Edenred, Alstom, Atlas Copco, Metso, Sandvik, Antofagasta, BHP Billiton, Rio Tinto und Anglo American zusammen.

Nicht alle Aktien mit Schwellenländer-Fantasie sind günstig

Den Experten zufolge weisen auch Unternehmen wie Anheuser-Busch, Heineken, SAB Miller, Pernod-Ricard, Remy Cointreau, Telenor, Telefonica, Jeronimo Martins, Casino Guichard, Unilever, Nestlé, Danone, Elektra, Inditex, Richemont, Swatch Group, LVMH, Burberry, Kering und British American Tobacco einen hohen Ergebnisbeitrag aus den Schwellenländern auf.

Diese aus weitestgehend von der Konjunktur unabhängigen Aktien zusammengesetzte Gruppe habe allerdings deutlich weniger stark gelitten als die erste Gruppe. Selbst wenn sich die Situation in den Schwellenländern entspanne, sei eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung wahrscheinlich. Die Strategen von Barclays Capital raten der eigenen Anlagekundschaft deshalb zu einer hohen Selektivität und zu Aktien aus der ersten Gruppe.