Jetzt auf zyklische Aktien setzen?

Konjunkturabhängige Unternehmen haben im dritten Quartal einmal mehr enttäuscht. Es gibt aber Argumente, weshalb Aktien solcher Firmen vor erfolgreichen Monaten stehen.
02.12.2015 08:30
Von Lorenz Burkhalter
Für die Strategen der UBS steht fest: Anleger sollten in der Schweiz von den Aktien von Adecco «naschen».
Für die Strategen der UBS steht fest: Anleger sollten in der Schweiz von den Aktien von Adecco «naschen».
Bild: Bloomberg

Auch in der Schweiz ist die Unternehmensberichterstattung für das dritte Quartal weit fortgeschritten. Grund deshalb für die UBS Investmentbank, eine erste Bilanz zu ziehen. Und diese fällt ziemlich ernüchternd aus: So deutlich seien die Markterwartungen schon seit zweieinhalb Jahren nicht mehr verfehlt worden, so schreiben die Autoren einer Strategiestudie.

Im Hinblick auf das kommende Jahr setzen die Experten in Europa nun aber auf Aktien aus gerade diesem Firmensegment. Aus der Schweiz werden namentlich Julius Bär und Adecco genannt. Doch auch Bankia, Banco Popular, Intesa Sanpaolo, ING, Commerzbank, Nordea, SEB, Generali, Credit Agricole, Société Générale, DNB, Swedbank, BNP Paribas, Vinci, Allianz, Natixis, Accor, Unicredit, Carrefour, Axa, KBC, Caixabank, Randstad, Deutsche Post, Erste Bank, Hugo Boss, BASF, Bank of Ireland, Renault, Siemens, Capgemini und Valeo erfüllen die Kriterien der Strategen.

Eine Rezession scheint eingepreist

Bei der Schweizer Grossbank wird kein Geheimnis daraus gemacht, dass 2015 als ein weiteres Übergangsjahr in die Geschichte eingehen wird. Der Wachstumseinbruch in den Schwellenländern wird als Grund genannt, weshalb die Gewinnentwicklung konjunkturabhängiger Unternehmen aus Europa während acht der letzten neun Jahre enttäuscht hat.

Darin sehen die Studienverfasser aber auch einen Vorteil. Ihre Botschaft: Nach der jüngsten Ergebnisenttäuschung sind zyklische Aktien so günstig bewertet wie lange nicht mehr. An den wichtigsten Bewertungskennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, dem Kurs-Buchwert-Verhältnis oder der Dividendenrendite gemessen, nehme dieses Firmensegment mittlerweile eine wirtschaftliche Rezession vorweg.

Bleibt eine solche aus, wie die Experten glauben, eröffnet sich bei diesen Aktien kursseitig Raum nach oben. Für das kommende Jahr trauen sie den europäischen Unternehmen über sämtliche Branchen hinweg ein Gewinnwachstum von 13 Prozent zu. Was die Strategen allerdings nicht schreiben: Der Grund liegt unter anderem bei der tiefen Vergleichsbasis aus dem noch laufenden Jahr.