Jetzt bei Pharmaaktien einsteigen?

Auch die Kurse der Pharmaaktien sind zuletzt stark gefallen. Zu stark, sagen Experten. Ein Einstieg könnte sich nun bei einzelnen Schweizer Titeln lohnen.
22.01.2016 08:42
Von Lorenz Burkhalter
Bricht für die Aktionäre von Roche bald wieder der Himmel auf?
Bricht für die Aktionäre von Roche bald wieder der Himmel auf?
Bild: ZVG

Mit einer Kampfansage an ausufernde Medikamentenpreise bereitete die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton Ende September dem Höhenflug der Pharmaaktien ein abruptes Ende. Innerhalb von gerade mal vier Handelstagen tauchte die Aktie von Novartis damals zwischenzeitlich um knapp 8 Prozent. Noch heftiger erwischte es den Genussschein von Roche, welcher sogar um 12 Prozent einbrach. So richtig haben sich seither beide Titel nicht mehr von diesem Rückschlag erholt.

In den letzten Tagen sind die Kurse im Zuge von Absicherungstransaktionen über die Index-Futures noch einmal stark gefallen. Zu stark, sagen die Branchenanalysten der MainFirst Bank und raten Anlegern nun zum Einstieg.

Auf die Jahresfavoriten setzen

Die Aussichten seien auch weiterhin sehr gut und die Bewertung mittlerweile günstig, so schreiben sie. Und tatsächlich errechnen sich auf den bankeigenen Schätzungen abgestützt für das laufende Jahr ein sogenanntes Kurs-Gewinn-Verhältnis von weniger als 16 sowie eine beachtliche durchschnittliche Dividendenrendite von 4 Prozent. Bei Novartis geht die MainFirst Bank für 2016 von einer Dividendenrendite von 3,6 Prozent, bei Roche immerhin von einer von 3,4 Prozent aus.

Nicht zuletzt aufgrund der Kontroverse rund um überhöhte Medikamentenpreise in den USA halten die Analysten die Anleger auf Titelebene zu einer hohen Selektivität an. Neben der Aktie von Bayer zählen sie auch den mit einem Kursziel von 330 Franken zum Kauf empfohlenen Genussschein von Roche zu den Jahresfavoriten. Gefallen finden sie zudem an der Aktie von Actelion, welche sie auf 175 Franken steigen sehen.

Novartis bleibt aussen vor

Obschon das 88 Franken lautende Kursziel auch bei der Novartis-Aktie ein gewisses Aufwärtspotenzial vermuten lässt, wird diese bei der MainFirst Bank verschmäht. Damit befindet sie sich jedoch in guter Gesellschaft von GlaxoSmithKline, Novo Nordisk und Sanofi.

Beim Swiss Market Index (SMI) sind Roche und Novartis für gut 40 Prozent der Gesamtkapitalisierung verantwortlich. Gemeinsam mit Actelion sind es gar 43 Prozent. Die weitere Kursentwicklung dieser drei Indexschwergewichte ist damit von zentraler Bedeutung für den gesamten Schweizer Aktienmarkt. Nach einem Rückschlag von 8 Prozent seit Jahresbeginn hat der SMI denn auch dringend verbale Hilfe nötig.