Jetzt günstig Euro bunkern

Der Kurs des Frankens zur Einheitswährung ist so tief wie schon lange nicht mehr. Für Reisefreudige ein guter Zeitpunkt, sich mit günstigen Euros einzudecken.
22.08.2014 14:05
Von Marc Forster
Sich für den nächsten Trip ins Euroland wie zum Beispiel nach Barcelona mit Euro einzudecken, lohnt sich.
Sich für den nächsten Trip ins Euroland wie zum Beispiel nach Barcelona mit Euro einzudecken, lohnt sich.
Bild: iNg

Seit Tagen saugt es den Wechselkurs förmlich an die 1,20-Franken-Untergrenze. Seit Ende Juli fiel der Kurs von 1,2170 auf aktuell knapp unter 1,21 Franken. Das letzte Mal so stark war der Franken Anfang 2013.

So ungeniert von der Euroschwäche profitieren wie vor drei Jahren, als die Einheitswährung und Franken fast die Parität erreichten, kann man heute nicht mehr. Um die Schweizer Exportwirtschaft vor dem Abgrund zu bewahren, trat damals die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf den Plan und gab einen Mindestkurs von 1,20 Franken vor. Seitdem fiel das Wechselverhältnis praktisch nicht mehr unter diese Schwelle.

Euro neigt zur Schwäche

Die Frankenstärke können gewiefte Anleger ausnutzen, um sich mit günstigen Euros einzudecken. Und wer sich erlauben kann, gleich mehrere Tausend Franken in Euros zu wechseln, profitiert in der Regel von einem besseren Wechselkurs. Doch sollten die Käufe gestaffelt erfolgen. Denn es ist durchaus möglich, dass der Franken noch stärker wird.

So sorgt die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) für einen anhaltenden Aufwertungsdruck auf den Franken. Auch von den Zinsen ist für längere Zeit keine Unterstützung zu erwarten, da die Euro-Wirtschaft noch immer im Sumpf steckt. Und: Die Krisen in der Ukraine, dem Irak und anderswo auf der Welt treibt Anleger immer wieder in sichere Häfen wie den Franken. 

Auch das Pfund fällt

Reisen nach England sind ebenfalls wieder günstiger geworden. Das Pfund ist seit Anfang Juli von der Region um 1,54 auf aktuell gut 1,51 Franken gefallen. Die Bank von England ist eine der meistdiskutierten Kandidatinnen für eine baldige Zinserhöhung: Das Monetary Policy Committee der britischen Notenbank hat diese Woche aber überraschend 7:2 gegen eine Erhöhung des Leitzinses von 0,5 auf 0,75 Prozent gestimmt, und nicht wie früher einstimmig.

Die Situation für das Pfund bleibt weiterhin volatil: Denn die Märkte fragen immer wieder, wie robust die Erholung der britischen Wirtschaft wirklich sei. Und sollte sich Schottland in knapp einem Monat für die Unabhängigkeit entscheiden, kommen neue Turbulenzen auf das Pfund zu.