Joachim Strähle - CEO-Wechsel bei EFG: Investoren hoffen nun auf Abbau von Altlasten

Beim Vermögensverwalter EFG tritt CEO Joachim Strähle zum Jahresende zurück. Die Reaktion von Analysten und Investoren ist positiv.
04.10.2017 09:43
Von Daniel Hügli
Joachim Strähle in einer Aufnahme vom letzten Jahr.
Joachim Strähle in einer Aufnahme vom letzten Jahr.
Bild: cash

Der derzeitige CEO Joachim Strähle tritt per Ende 2017 von seinem Posten zurück, wie EFG am Mittwoch mitteilt. Nachfolger wird der gegenwärtige Finanzchef und stellvertretende CEO Giorgio Pradelli. 

Die Bank begründet den Wechsel offiziell damit, dass auf Ende Jahr der Abschluss der vollständigen Integration der übernommenen Privatbank BSI in die Bank erwartet werde. EFG-Präsident John Williamson dankt Strähle in der Mitteilung für seine "herausragenden Verdienste" bei der Einleitung und der "erfolgreichen Durchführung" der BSI-Übernahme und Integration. Er wünsche ihm "alles Gute für seinen wohlverdienten Ruhestand".

Die Aktie von EFG steigt am Mittwoch im frühen Handel an der SIX um 1,2 Prozent. Sie konnte in den letzten drei Monaten rund 40 Prozent zulegen. Seit dem EFG-Amtsantritt von Strähle im April 2015 notiert die Aktie heute allerdings immer noch rund ein Drittel unter ihrem damaligen Wert. Der Swiss Performance Index hat im selben Zeitraum 16 Prozent gewonnen.

Für das erste Halbjahr 2017 wies die Bank trotz der Integrationskosten einen nur leicht unter dem Vorjahreswert liegenden Gewinn aus. Der Abfluss von Vermögen hielt allerdings weiterhin an. Per Ende Juni 2017 beliefen sich die ertragsgenerierenden Vermögen auf 138 Milliarden Franken nach 144 Milliarden per Ende 2016. Der gesamte Nettoneugeld-Abfluss belief sich in den ersten sechs Monaten auf 5,5 Milliarden Franken. Der Kundengeldverlust lag damit über den Markterwartungen.

CS, Sarasin und EFG

Um die Expansion von EFG in Asien anzutreiben, übernahm die Bank im letzten Jahr die Tessiner Traditionsbank BSI. Diese hatte jedoch im Umfeld des malaysischen Staatsfonds 1MDB gegen die Geldwäschereibestimmungen verstossen und musste liquiudiert werden. Seither hielten die Kundengeldabflüsse an.

Der Bankenanalyst der Bank Vontobel begrüsst die Ernennung von Giorgio Pradelli zum neuen CEO und hofft darauf, dass in Zukunft "auch einige Altlasten zügig abgebaut werden sollten."

Strähle war früher bei der Credit Suisse in Asien tätig und anschliessend bis Mai 2013 CEO der Bank Sarasin, welche 2011 von der Bank J. Safra übernommen worden war. Er wechselte dann auf Anfang 2015 zur EFG, wo er eigentlich als Verwaltungsratspräsident vorgesehen war, dann bei der Bank aber als CEO antrat. Laut Insidern stand damals der Konkurrent Julius Bär kurz vor der Übernahme von EFG.

Zum Nachfolger von Pradelli als CFO per Anfang 2018 ist Dimitri Politis ernannt worden. Politis ist derzeit Finanzchef der SETE und war vorher bei der EFG Eurobank Ergasias tätig. Ebenfalls auf Anfang des kommenden Jahres übernimmt Renato Cohn, der Leiter Investment Solutions bei EFG International, zusätzlich zu seinen Aufgaben die Rolle des stellvertretenden CEO.

(mit Material von Reuters und AWP)