Julius Bär übertrifft Erwartung - mehr Handel wegen Brexit

Die Julius Bär Gruppe hat im ersten Semester des laufenden Jahres die Gewinnzahlen klar verbessern können und auch die Markterwartungen übertroffen.
25.07.2016 07:41
Julius-Bär-Sitz an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Julius-Bär-Sitz an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Bild: Bloomberg

Der adjustierte Konzerngewinn für die ersten sechs Monate liegt mit 402,0 Mio Franken um 4,7 Prozent über dem Wert des Vorjahres ohne die US-Bussenrückstellung, wie die Privatbank am Montag mitteilte. Unter dem Strich resultiert ein deutlich höherer Konzerngewinn nach IFRS von 362 Mio Franken. Im Vorjahr hatte dieser wegen der Rückstellung im US-Steuerstreit lediglich 40 Mio Franken betragen.

Zum Semesterende verwaltete die Bank Vermögen in der Höhe von 311 Mrd Franken gegenüber 305 Mrd Franken per Ende April 2015. Die Geschäftsdynamik habe sich seit dem 1. Quartal 2016 verbessert, was zu erhöhten Zuflüssen geführt habe, wird CEO Boris Collardi in der Mitteilung zitiert.

Der Netto-Neugeldzufluss im Sechs-Monatszeitraum lag mit 5,5 Mrd Franken allerdings noch unter den 6,5 Mrd, den die Bank im Vorjahreszeitraum erzielt hatte. Mit einem annualisierten Neugeldzufluss von 3,7 Prozent liegt das Institut zudem weiter unter dem eigenen Ziel von 4-6 Prozent.

Mehr Kundenberater

Fortschritte mache die Privatbank bei ihrem Ziel der beschleunigten Rekrutierung von erfahrenen Kundenberatern, heisst es weiter. Brutto hätten sich bereits über 200 Kundenberater für Julius Bär entschieden. Netto stellte die Bank im 1. Halbjahr 50 neue Kundenberater an, nachdem es im gesamten Jahr 2015 noch netto 40 gewesen waren. "Die neuerliche Ausrichtung auf organisches Wachstum, ohne mögliche Übernahmen auszuschliessen, zahlt sich mehr und mehr aus", so CEO Collardi in der Mitteilung.

Die Vermögensverwalterin erwirtschaftete im ersten Semester einen Betriebsertrag von 1,42 Mrd Franken, was einem Anstieg um 1,2 Prozent entsprach. Die Bruttomarge erreichte 95 Basispunkte und lag damit unter den 99 Basispunkten im Vorjahreszeitraum. Der adjustierte Geschäftsaufwand verringerte sich - ohne Einschluss der US-Rückstellung des Vorjahres - um 1 Prozent auf 940 Mio Franken. Die Cost/Income Ratio betrug 64,7 Prozent, nachdem sie im Gesamtjahr 2015 noch bei 67,2 Prozent gelegen hatte.

Höhere Handelsvolumen nach dem Brexit-Votum hätten zur Ertragssteigerung beigetragen. Gegenwind in Lateinamerika und Asien hat die Privatbank Julius Bär im erste Halbjahr allerdings gebremst.

Mit den vorgelegten Zahlen hat der Vermögensverwalter die Konsenserwartungen übertroffen. Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem adjustierten Konzerngewinn von 337 Mio Franken und einem IFRS-Konzerngewinn von 311 Mio Franken gerechnet. Zudem hatten sie den Neugeldzufluss im Schnitt bei 4,2 Mrd Franken erwartet, die Kundenvermögen hatten sie bei 304 Mrd Franken prognostiziert. Die BIZ Gesamtkapitalquote bleibt mit 17,3 Prozent und einer CET1-Kapitalquote von 15,9 Prozent weiterhin klar über den regulatorischen Mindestanforderungen.

Seit Beginn des Jahres ist die Julius Bär-Aktie um 18 Prozent gefallen. Der SMI hat derweil um 7 Prozent eingebüsst.

(AWP/cash/Reuters)