Kapitalerhöhung belastet Leonteq-Aktien

Eine überraschende Kapitalerhöhung schickt die Aktien von Leonteq auf Talfahrt. Zuvor hatte der Derivate-Spezialist Leonteq hat im ersten Halbjahr 2014 den Gewinn um 25 Prozent steigern können.
24.07.2014 10:25
Leonteq-CEO Jan Schoch ist zversichtlich für das Gesamtjahr.
Leonteq-CEO Jan Schoch ist zversichtlich für das Gesamtjahr.
Bild: cash

Die Titel des Derivatspezialisten fallen am Donnerstag in einem wenig veränderten Markt um 9,0 Prozent auf 191,10 Franken.

Die Derivate-Boutique will sich durch die Ausgabe von 1,3 Millionen neuen Namenaktien rund 173 Millionen Franken Kapital holen. 36 alte Aktien berechtigen zum Bezug von sieben neuen Aktien zum Preis von 140,25 Franken je Titel. Die Bezugsrechte können vom 29. Juli bis zum 7. August gehandelt werden. Im ersten Halbjahr Leonteq den Gewinn um ein Viertel auf 26,8 Millionen Franken, Der Umsatz wuchs auf 9,4 von 7,8 Milliarden Franken.

"Auch wenn das Kapital damit um rund ein Fünftel erhöht wird, ist die aktuelle Kursschwäche eine günstige Einstiegsgelegenheit", sagte ein Händler. Der Wert von Leonteq hat sich dieses Jahr bislang verdoppelt.

Überzeugendes Zahlenset

Die auf strukturierte Produkte spezialisierte Leonteq hat im ersten Halbjahr einen Gewinn von 26,8 Millionen Franken erwirtschaftet. Das entspricht einem Anstieg um 25 Prozent gegenüber dem Wert der Vorjahresperiode, wie die vormalige EFG Financial Products am Donnerstag mitteilte.

Mit dem vorgelegten Resultat hat Leonteq die Erwartungen der Analysten punkto Reingewinn übertroffen. Von AWP befragte Analysten hatten beim Reingewinn ein Ergebnis in der Bandbreite von 22,8 bis 25 Millionen erwartet.

Der Betriebsertrag stieg um 8 Prozent auf 88,3 Millionen Franken Dabei erhöhten sich die Kommissionseinnahmen um 19 Prozent auf 77,1 Millionen Franken, während der Handelserfolg mit 11,9 Millionen Franken um 38 Prozent unter dem Vorjahreswert ausfiel.

Zuversichtlich für das Gesamtjahr

Insgesamt betrug das Transaktionsvolumen in den ersten sechs Monaten des Jahres 9,4 Milliarden Franken (+21 Prozent). Die durchschnittliche Marge auf dem Transaktionsvolumen belief sich auf 94 Basispunkte (-10 Prozent). Die Kundenbasis umfasste 599 Personen, gegenüber 515 im ersten Semester 2013.

Für das Gesamtjahr zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich. Man sei bezüglich der weiteren Geschäftsentwicklung optimistisch, heisst es. Man bleibe sich aber möglicher Herausforderungen angesichts des fragilen wirtschaftlichen und regulatorischen Umfelds bewusst.

(AWP/Reuters)