KapitalmarktTürkei will Euro-Anleihe auflegen

Die Türkei will zum vierten Mal in diesem Jahr den ausländischen Kapitalmarkt anzapfen. Analysten zufolge zwingen die Bilanzen der lokalen Banken die Regierung, sich nach neuen Finanzierungsquellen umzusehen.
10.06.2017 14:49
Das türkische Finanzministerium will Gelder im Ausland aufnehmen.
Das türkische Finanzministerium will Gelder im Ausland aufnehmen.
Bild: cash

Das Finanzministerium in Ankara hat 2017 bereits Anleihen im Volumen von 6,25 Mrd. Dollar in ausländischer Währung aufgelegt, was über dem Jahresziel von 6,0 Mrd. Dollar liegt. Diese Woche teilte das Ministerium mit, es habe Banken für eine in Euro denominierte Anleihe mit Laufzeit bis 2025 mandatiert.

Die durch staatliche Garantien angeheizte Kreditvergabe zur Ankurbelung der Konjunktur hat das Verhältnis von Krediten zu Einlagen bei den türkische Banken auf 125,2 Prozent getrieben, im Vergleich zu 123,6 Prozent Ende 2016.

Die Rückkehr der Türkei an den ausländischen Kapitalmarkt "ist von einer deutlichen Verschlechterung beim Haushaltsdefizit getrieben", was die ohnehin durch das rapide Kreditwachstum strapazierten Bilanzen der Banken noch weiter belaste, sagte Inan Demir, Volkswirt bei Nomura in London. "Daher will das Finanzministerium Gelder im Ausland aufnehmen." 

Wie aus einer Mitteilung auf seiner Webseite hervorging, beauftragte das Finanzministerium BNP Paribas, HSBC und UniCredit mit Federführung bei der Anleiheemission.

"Mit Blick auf die jüngste fiskalische Expansion wird es interessant sein zu sehen, wie die Nachfrage ausfällt", sagte  Manik Narain, Stratege bei UBS in London. "Man kann aber von einem ziemlich starken Appetit ausgehen."

(Bloomberg)