Kaufempfehlung - Öffnet der neue Julius-Bär-Chef die Barmittelschatulle?

Mit der Aktie von Julius Bär liess sich 2019 viel Geld verdienen. Die US-Investmentbank Jefferies entdeckt diese jedoch erst jetzt und glaubt, dass die Zürcher Bank zukünftig im grossen Stil eigene Aktien zurückkauft.
15.01.2020 08:15
Von Lorenz Burkhalter
Julius-Bär-Chef Philipp Rickenbacher will am 2. Februar über die zukünftige Strategie informieren.
Julius-Bär-Chef Philipp Rickenbacher will am 2. Februar über die zukünftige Strategie informieren.
Bild: ZVG

Nach einem schwachen Vorjahr stand die Julius-Bär-Aktie letztes Jahr weit oben auf der Gewinnerliste. 43 Prozent liess sich mit ihr verdienen, die Dividendenzahlung von Mitte Mai mitberücksichtigt sogar fast 48 Prozent.

Das hält Jefferies am frühen Mittwochmorgen allerdings nicht davon ab, im Rahmen einer Erstabdeckung der Zürcher Bank eine Kaufempfehlung für die Aktie auszusprechen. Vom Kursziel von 67 Franken lässt sich auf ein Aufwärtspotenzial von 35 Prozent schliessen.

Kaufempfehlung weckt Ausschüttungsfantasien

Die US-Investmentbank sieht den neuen Firmenchef Philipp Rickenbacher dem Unternehmen anlässlich der Veröffentlichung des Jahresergebnisses vom 3. Februar den persönlichen Stempel aufdrücken. Sie rechnet damit, dass er auf der Kostenseite endlich Anpassungen vornimmt und die Kostenbasis ein Einklang mit den verhalteneren Ertragsaussichten bringt.

Dadurch sollte das Kosten-Ertrags-Verhältnis auf unter 68 Prozent fallen. In den letzten beiden Jahren lag dieses Verhältnis deutlich über 70 Prozent. In Erwartung tieferer Kosten liegen die Gewinnschätzungen von Jefferies für die kommenden Jahre um bis zu 10 Prozent über den durchschnittlichen Erwartungen sämtlicher anderen Banken.

Die Fantasie der Anleger könnte die US-Investmentbank aber insbesondere mit ihren Aussagen zur zukünftigen Ausschüttungspolitik anregen. Nachdem Julius Bär im November erstmals seit acht Jahren wieder ein 400 Millionen Franken schweres Aktienrückkaufprogramm ins Leben rief, sieht sie dieses zu einem Dauerzustand werden. Sprich: Die Zürcher Bank könnte nach dessen Vollzug zusätzlich zur ordentlichen Dividende jährlich für 300 Millionen Franken eigene Aktien zurückkaufen.

Warten auf den 2. Februar

Das wiederum käme einem Bruch zur Strategie unter Rickenbachers Vorgänger Boris Collardi gleich. Collardi setzte mit mehr oder weniger mässigem Erfolg auf ergänzende Firmenübernahmen.

Damit gilt das Interesse bei Julius Bär jetzt erst recht der Veröffentlichung des Jahresergebnisses vom 2. Februar. Jefferies prognostiziert für 2019 Erträge in Höhe von 3,38 Milliarden Franken, einen Vorsteuergewinn von 950 Millionen Franken sowie einen Gewinn von 3,61 Franken je Aktie. Letzteres liegt etwas über den durchschnittlichen Markterwartungen von 3,53 Franken je Titel.

Grösseres Gewicht als die Gewinnentwicklung in der zweiten Hälfte letzten Jahres dürften die Höhe der Jahresdividende sowie Aussagen zur zukünftigen Strategie.

 

Ausgewählte Produkte auf Julius Baer Gruppe

Symbol Typ Coupon PDF
MDELJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 12.66% PDF
MCSUJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 10.00% PDF
MDAKJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 9.50% PDF

Investment-Ideen von Julius Bär