Kein Bock auf Aktien - Sparer mit Mini-Renditen zufrieden

Trotz der niedrigen Zinsen sind die Deutschen einer Studie zufolge nicht bereit, mehr Geld in Aktien zu investieren und geben sich mit Mini-Renditen zufrieden.
04.06.2017 06:00
Blick in den Händlerbereich an der Börse von Frankfurt.
Blick in den Händlerbereich an der Börse von Frankfurt.
Bild: Bloomberg

"Die Risikobereitschaft der Anleger in Deutschland hat sich zwar erhöht, aber lange nicht so stark wie das international der Fall ist", sagte der Deutschlandchef der Fondsgesellschaft Legg Mason, Klaus Dahmann, der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine Umfrage des Vermögensverwalters habe ergeben, dass nur 15 Prozent der deutschen Investoren bereit seien, mehr Risiko einzugehen. Dagegen seien 37 Prozent der Befragten im Ausland risikobereiter als früher. Die Studie habe auf der anderen Seite gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen zufrieden sei mit der getroffenen Anlageentscheidung. International liege der Anteil dagegen nur bei 32 Prozent.

Mit traditionellen Anlageprodukten wie Tagesgeldern oder Sparbüchern lässt sich in Deutschland schon lange kein Geld mehr verdienen. Die Leitzinsen in der Euro-Zone sind mit 0,0 Prozent so niedrig wie noch nie. Für die als quasi risikolos geltende zehnjährige Bundesanleihe mussten Investoren Mitte des vergangenen Jahres sogar Geld bezahlen, um sie in ihr Depot legen zu können. In den USA liegen die Leitzinsen bei 0,75 bis 1 Prozent. Die Rendite bei Aktien ist über die Jahrzehnte gesehen deutlich höher, allerdings müssen Anleger teils heftige Kursschwankungen einstecken können.

(Reuters)