Keine Preiserhöhungen - Auch deutsche Pharmakonzerne geben Trump nach

Nach Kritik von US-Präsident Donald Trump an hohen Medikamentenpreisen in Amerika machen auch deutsche Pharmakonzerne Zugeständnisse.
29.07.2018 14:28
Gebäude und Logo des deutschen Pharmakonzerns Bayer.
Gebäude und Logo des deutschen Pharmakonzerns Bayer.
Bild: ZVG

So verzichtet der Darmstädter Anbieter Merck dort vorerst auf Preiserhöhungen für Arzneien. "Wir planen derzeit keine Preiserhöhungen in den USA für den Rest des Jahres 2018", teilte Merck mit. Auch Bayer gibt Trumps Druck nach: Man habe eine Vereinbarung unterzeichnet, die Preise für alle rezeptpflichtigen Medikamente bis zum Jahresende nicht zu erhöhen, erklärte der Konzern. US-Gesundheitsminister Alex Azar sei darüber "persönlich" informiert worden, betonte Bayer.

Trump hat wiederholt die hohen Kosten im amerikanischen Gesundheitssystem bemängelt. Zuletzt hatten mehrere Pharmariesen wie Roche , Novartis und Pfizer reagiert und auf Preiserhöhungen in den Vereinigten Staaten verzichtet. Der US-Konzern Merck & Co kündigte gar niedrigere Preise an. Nach dem Einlenken hatte Trump sich über den Kurznachrichtendienst Twitter bei Unternehmen bedankt.

Analysten sehen in den schnellen Zugeständnissen eine Vorsichtsmassnahme der Parmakonzerne. "Sie wollen aus der Schusslinie von Trump", meint Ulrich Huwald, Analyst bei der Privatbank M.M. Warburg. Viele Ankündigungen seien aber sehr weich formuliert.

(AWP)