Keine «Worst-Case-Szenario» bei Irma - Papiere von Swiss Re und Zurich gesucht

Die Aktien von Swiss Re und Zurich Insurance sind am Montagmorgen stark gesucht. Am Markt werden die Aufschläge mit dem Ausbleiben des "Worst-Case-Szenarios" beim Hurrikan Irma begründet.
11.09.2017 10:45
Der Hurrikan «Irma» mit Kurs auf die USA.
Der Hurrikan «Irma» mit Kurs auf die USA.
Bild: Nasa

Ausserdem könnte sich die Katastrophe bei Swiss Re positiv auf die Preise bei den anstehenden Neuverhandlungen der Prämien auswirken.

Die Swiss-Re-Aktien kosten am Montag bis 9.45 Uhr 87 CHF, was gegenüber dem Schlussstand vom Freitagabend einem Plus von 4,4% entspricht. Die Zurich-Aktien legen etwas moderater um 1,8% auf 284,80 CHF zu. Der Gesamtmarkt SMI steht derweil mit 0,4% im Plus.

Der Hurrikan "Irma" hat sich während seines Wegs über das Festland von Florida abgeschwächt. Das nationale Hurrikanzentrum stufte den Sturm auf die niedrigste Hurrikan-Kategorie eins zurück, wie es am frühen Montagmorgen (Ortszeit) bekanntgab. Die Höhe der Schäden sind aber noch unklar. Der Versicherungsdienstleister AIR Worldwide hatte die versicherten Schäden durch "Irma" am Samstag auf 20 bis 65 Mrd USD geschätzt.

Der schlimmstmögliche Ausgang, ein direkter Landgang des Hurrikans bei der Grossstadt Miami, sei nicht eingetreten, schreibt Keefe, Bruyette & Woods in einem Kommentar. Es sei deshalb auch zu bezweifeln, dass mit Irma ein branchenweites Kapitalereignis vorliege.

Auch Baader Helvea schreibt, dass der Markt im Vorfeld wohl einen schwerwiegenderen Ausgang eingepreist habe. Die anfänglichen Verlustschätzungen würden darauf hindeuten, dass die Gesamtverluste der Branche aus "Harvey" und "Irma" auf etwa 4% des Eigenkapitals beschränkt bleiben sollten, während die Aktienkurse um etwa 8% zurückgegangen seien.

Prämienverhandlungen

Einig sind sich die Experten, dass sich die Ereignisse positiv auf die Preise bei den anstehenden Prämienverhandlungen (in der Rückversicherungsbranche) auswirken dürften. Nach anhaltendem Preisdruck in den vergangenen Jahren zeichne sich bei nun bei der wichtigen Prämienrunde im Januar eine Stabilisierung oder sogar ein leichter Anstieg ab, schreibt Barclay's dazu. Laut der US-Bank Morgen Stanley ist aber zu bezweifeln, dass die Schadensereignisse auch eine längerfristige Wende bei der Preisentwicklung bedeuten.

Mit Blick auf den Rückversicherungskonzern Swiss Re schreibt die ZKB, dass das Grossschadenbudget von 1,2 Mrd USD für 2017 wohl nicht ausreichen werde, um die hohen Schäden zu decken. Es sei also zu erwarten, dass die operativen Kennzahlen der Swiss Re für 2017 nach schlecht aussehen werden. Dank der starken Bilanz sei der Konzern aber in der Lage, diese Schäden zu verkraften.

Auch Zurich werde von den Hurrikan-Unwettern in den USA betroffen sein, wenn auch voraussichtlich in einem deutlich geringeren Ausmass wie die Rückversicherungsindustrie, so die ZKB weiter. Das Institut rechnet für Zurich mit einem Schadenaufwand von maximal 600 Mio USD. Der zuständige Experte sieht die Dividende damit nicht gefährdet.

(AWP)