Khan-Affäre - Banken überwachen ihre Mitarbeiter

Die Credit Suisse setzte zur Mitarbeiterüberwachung eine Software eines US-Konzerns ein und protokollierte das Verhalten ihrer Angestellten minutiös – offenbar ein Branchenphänomen.
06.10.2019 15:01
Die Überwachung von Mitarbeitern ist in der Bankenbranche nicht unüblich.
Die Überwachung von Mitarbeitern ist in der Bankenbranche nicht unüblich.
Bild: Pixabay

Die Überwachung der Mitarbeiter von Banken ist laut einer Meldung des "SonntagsBlick" bereits sehr weitgehend. Die Zeitung beleuchtet das Thema im Zusammenhang mit der Beschattungsaffäre der Credit Suisse. So setze die Grossbank CS zur Mitarbeiterüberwachung etwa Software des US-Konzerns Palantir ein und protokolliere das Verhalten ihrer Angestellten minutiös.

Palantir scanne sämtliche E-Mails der Belegschaft, was helfe, gefährdeten Mitarbeitern frühzeitig auf die Schliche zu kommen. Von Datenschützern hiess es zu dem Thema gegenüber der Zeitung, dass Banken die Mittel zur Überwachung des Personals bereits intensiv einsetzten. Dieses Vorgehen sei allerdings heikel, falls die Überwachung einzig der Leistungskontrolle und Prüfung der Vertragstreue der Mitarbeiter dienen würde.

"Le Matin Dimanche" zitiert zudem Rechtsgelehrte, die in die gleiche Kerbe schlagen. So erklärte ein Anwalt, dass das Ausspionieren eines Angestellten durch Privatdetektive in der Schweiz verboten sei. Von der CS hiess es bezüglich der Überwachung von Angestellten zum "SonntagsBlick", dass die Technologielösungen etwa von Palantir zur Abwehr von Finanzkriminalität eingesetzt würden.

(AWP)