Klares MinusBanken und Pharma belasten den SMI

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstagmittag klar im Minus. Der Leitindex SMI notiert aktuell leicht oberhalb des bisherigen Tagestiefs, auf welches er am späteren Vormittag gefallen war.
02.02.2017 12:54
Die Kurse an der Schweizer Börse tendieren am Donnerstag zur Schwäche.
Die Kurse an der Schweizer Börse tendieren am Donnerstag zur Schwäche.
Bild: cash

Vor allem die schwergewichtigen Pharmawerte sowie die Grossbankenvaloren ziehen den Gesamtmarkt nach unten. Nach einem bereits schwachen Start setzte eine deutliche Erholungsbewegung ein, die das Leitbarometer am Morgen nur kurzzeitig zunächst wieder über die erst am Vortag zurückeroberte Marke von 8'300 Punkten hievte.

Zu einem Stimmungsumschwung kam es allerdings nicht, denn die neue US-Regierung unter Donald Trump sorge für anhaltende Unsicherheit, heisst es im Handel. Der Protektionismus Trumps sei in seiner Kompromisslosigkeit unterschätzt worden. Ob damit die erhoffte Ankurbelung der US-Wirtschaft umzusetzen sei, sei fraglich. Die stärker als erwartet gestiegenen Produzentenpreise in der Eurozone, die am Vormittag veröffentlicht wurden, brachten indes praktische keinen frischen Wind. Nun wird auf den Zinsentscheid der Bank of England am frühen Nachmittag gewartet sowie auf US-Makrodaten, darunter die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

SMI sinkt unter 8300 Punkte

Der Swiss Market Index (SMI) büsst gegen 12 Uhr 0,56% auf 8'282,34 Punkte ein und steht damit knapp 20 Punkte über dem bisherigen Tagestief. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,47% auf 1'320,87 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) ebenfalls 0,47% auf 9'061,15. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 17 im Minus, elf im Plus und zwei unverändert.

Im Blick sind Swatch (-1,1%), die sich nach der Zahlenvorlage relativ volatil zeigen. In der Eröffnungsphase war der Titel zunächst um fast 5% eingebrochen, holte anschliessend die Verluste jedoch vollständig auf, nur um danach wieder etwas deutlicher zurückzufallen. Der Uhrenkonzern hat deutlich weniger umgesetzt und unter dem Strich weniger verdient.

Der Rückgang ist in beiden Fällen zudem stärker als von Analysten im Vorfeld prognostiziert. Die Dividende wird gekürzt und dies ebenfalls stärker als von den Experten erwartet. Die Geschäftsentwicklung in den letzten paar Monaten stimme allerdings zuversichtlich für 2017, hiess es. Mit Spannung wird eine am Nachmittag angesetzte Analystenkonferenz erwartet, die weitere Kursbewegungen bereithalten könnte.

Schlusslicht unter den Blue Chips sind die Grossbankenwerte CS mit -2,1%, die Titel der Konkurrentin UBS (-0,8%) halten sich besser. Dies wird im Handel auf die enttäuschende Ergebnisvorlage der Deutschen Bank zurückgeführt, deren Geschäft ähnlich dem der CS stark im Investmentbanking angesiedelt ist. Auch Julius Bär (-2,1%) fallen zurück, dies allerdings nach einer positiven Kursreaktion am Vortag auf das vorgelegte Zahlenset.

Pharma schwächelt

Für den grössten Abgabedruck sorgen derweil nachrichtenlos die beiden Pharmaschwergewichte Roche (-1,4%) und Novartis (-1,2%). Am Vortag hatte der Roche "Bons" nach insgesamt gut aufgenommenen Zahlen und Aussagen vom Management den Gesamtmarkt noch relativ stark angeschoben.

Bei den Gewinnern stehen die zuletzt arg gebeutelten Aryzta mit +2,2% wie bereits im frühen Handel in Front. Der Chemiewert Sika (+1,0%) und die Industrietitel Schindler (+0,8%) und LafargeHolcim (+0,5%) folgen mit etwas Abstand.

Die defensiven Schwergewichte Nestlé ziehen ohne konkrete News um 0,6% an. Allerdings habe der Valor zuletzt relativ schlecht im Markt gelegen, heisst es im Handel.

Swiss Re (+0,2%) entziehen sich als einziger Finanzwert dem schwachen Trend, nachdem der Mitbewerber Hannover Rück nach Preisverhandlungen das Gewinnziel für 2017 angehoben hat.

Grössere Verluste am breiten Markt verzeichnen AMS (-2,3%), Gurit (-1,9%) und Lindt&Sprüngli (PS -1,6%). Konkrete News liegen zu den Titel allerdings nicht vor.

Zu den grossen Gewinnern gehören dagegen Lifewatch (+4,4%). Das Medizinaltechnik-Unternehmen will nach dem öffentlichen Angebot von Aevis weitere Angebote einholen. Damit dürfte sich ein Bieterwettbewerb abzeichnen, hiess es im Handel.

Die Bucher-Aktien legen nach Zahlen um 1,8% zu. Der Industriekonzern hat wie erwartet weniger umgesetzt, mit dem Auftragseingang allerdings überzeugt, wie Analystenkommentaren zu entnehmen ist. Emmi (+0,4%) haben nach einem schwachen Start das Vorzeichen gewechselt. Der Milchverarbeiter hat mit dem Umsatzausweis für 2016 die Analystenprognosen knapp verfehlt.

(AWP)