Klares PlusGrossbanken und Pharma ziehen SMI nach oben

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Freitagmittag deutlich im Plus. Der Leitindex SMI hat die Marke von 8300 Punkten bereits am frühen Morgen überwunden und legt gegen Mittag nochmals etwas zu.
03.02.2017 12:48
Die Aktien der UBS stehen am Freitagmittag an der SMI-Spitze.
Die Aktien der UBS stehen am Freitagmittag an der SMI-Spitze.
Bild: cash

Vor allem Pharma- und Grossbankenvaloren ziehen - ungleich zum Vortag - den Leitbarometer nach oben.

Man hole im Wesentlichen die Verluste vom Vortag auf, meinte ein Händler in Zürich, zudem stabilisiere ein gefestigter Dollar das Marktgeschehen. Angesichts der Tatsache, dass US-Präsident Donald Trump dauernd "um sich schiesse", sei ausserdem die Volatilität überraschend tief. Noch sei allerdings nicht klar, ob es sich um die Ruhe vor dem Sturm handle oder ob die Marktteilnehmer nicht etwas zu sorglos unterwegs seien. Für zusätzliche Impulse könnten am Nachmittag Konjunkturdaten aus den USA sorgen, wobei vor allem die Arbeitslosenzahlen von Interesse sein werden.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 12 Uhr 0,87% auf 8'349,11 Punkte und liegt damit praktisch auf Tageshoch. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,63% auf 1'328,83 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,75% auf 9'125,02. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 20 im Plus, acht im Minus und zwei (Adecco, Givaudan) unverändert.

Banken gefragt

Bei den Blue Chips ziehen die Aktien der Grossbanken UBS (+1,7%) und Credit Suisse (+1,2%) deutlich an. Generell erwarten Händler, dass sich die Stimmung für Bankaktien weiter aufhellen wird - auch wegen US-Präsident Donald Trump. Dieser soll noch am Berichtstag, die das Wall-Street-Reformpaket "Dodd-Frank Act" auf den Prüfstand stelle bzw. die Finanzmarktregulierung aufweichen würden. Die CS-Aktien, die am Vortag noch zu den grössten Verlierern gehört hatten, profitieren auch noch davon, dass die Bank offenbar am Börsengang von Snap Chat mitverdienen wird. Von der guten Stimmung für Bankaktien können Julius Bär (-1,0%) derweil nicht profitieren.

Bei den grössten Gewinnern sind auch die defensiven Schwergewichte Novartis (+1,5%) und Roche (+0,9%) zu finden. Die Pharmawerte waren im Zuge der Politik der neuen US-Administration zuletzt sehr volatil. Bei Nestlé (+1,1%) sprechen Händler von einem Entlastungs-Sprung, da der US-Babynahrungshersteller Mead Johnson voraussichtlich an Reckitt Benckiser und nicht an Nestlé gehe.

Gut laufen überdies die Assekuranz-Aktien. Die Papiere des Lebensversicherers Swiss Life (+1,5%), des Rückversicherers Swiss Re (+1,1%) und der überwiegend im Sachversicherungsgeschäft tätigen Zurich (+0,7%, Zahlen nächste Woche) legen zu. Übertroffen werden sie noch von Baloise (+1,6%), nachdem diese den Verkauf von Lebensversicherungsverträgen in Deutschland abgeschlossen konnte.

Swatch gibt nach

Im Fokus stehen weiterhin Swatch Group (-2,0%), aktuell die schwächsten Titel unter den Blue Chips. Am Donnerstag hatte der Uhrenkonzern die Anleger zunächst mit der Publikation eines zweistellig gesunkenen Jahresumsatzes für 2016 erschreckt. Im Verlauf des gestrigen Handels hätten optimistische Aussagen von Chef Nick Hayek zur weiteren Geschäftsentwicklung am Markt Anklang gefunden, begründeten einige Branchenkenner die gestrige Erholung. Heute ist davon nichts mehr zu sehen, weil diverse Analysten ihre Ratings bzw. Kursziele gesenkt haben.

Knapp im Plus zeigen sich die Aktien von Syngenta (+0,2%). Die Papiere des Basler Agrochemie-Multis hatten am Vortag ins Plus gedreht, nachdem eine Nachrichtenagentur über die Bewilligung der EU-Kommission für die Übernahme durch ChemChina berichtet hatte. Syngenta wird nächste Woche über das vergangene Geschäftsjahr berichten.

Neben Syngenta und Zürich werden in der kommenden Woche auch ABB (-0,3%) und Swisscom (-0,1%) über das vergangene Geschäftsjahr berichten.

Im breiten Markt gehören New Venturetec (+22,0%) und Highlight&Event (+21,1%) zu den grössten Gewinnern, während Bucher (-3,0%, Rückstufung durch CS) und Valora (-2,9%) klar im negativen Bereich notieren.

(AWP)