Kluft zwischen Arm und Reich in Euro-Zone gewachsen

Die Schere zwischen Arm und Reich in der Euro-Zone ist einer EZB-Studie zufolge im Zuge der Schuldenkrise weiter auseinandergegangen.
23.12.2016 15:20
Kühleremblem der von Mercedes wiederbelebten Automarke Maybach – Symbol für den Luxus der Reichen.
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Bild: Bloomberg

Die reichsten fünf Prozent der Privathaushalte im Währungsraum bauten von 2010 bis 2014 ihren Anteil am Nettovermögen auf 37,8 von 37,2 Prozent aus, während vor allem ärmere Familien Einbussen hinnehmen mussten, wie eine am Freitag veröffentlichte Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) ergab. In ihrer Erhebung befragte die EZB überwiegend im Jahr 2014 rund 84.000 Privathaushalte aus 18 Euro-Ländern sowie aus Polen und Ungarn nach ihren Vermögensverhältnissen. Die vorangegangen Erhebung fand zu grossen Teilen im Jahr 2010 statt.

Schuldenkrise belastet Privathaushalte

Aus der Umfrage geht hervor, dass die Euro-Schuldenkrise in vielen Ländern bei den Haushalten tiefe Spuren beim Nettovermögen hinterlassen hat. So besass 2014 der mittlere Privathaushalt in der Währungsgemeinschaft, der die reichere Hälfte von der ärmeren Hälfte der Haushalte trennt, ein Nettoermögen von 104.100 Euro. Das liegt zehn Prozent unter dem Wert aus 2010. In von der Euro-Schuldenkrise gebeutelten Ländern waren die Einbussen besonders herb. So schrumpfte das mittlere Vermögen in Portugal von 2010 bis 2014 um mehr als 16 Prozent auf 71.200 Euro - in Griechenland brach es von 2009 bis 2014 sogar um rund 40 Prozent auf 65.100 Euro ein. Zuwächse verzeichnete dagegen Deutschland: Hier stieg das Nettovermögen um zehn Prozent auf 60.800 Euro. Auch in Österreich, Luxemburg und Finnland gab es eine Zunahme.

Insgesamt nahm im Zeitraum 2010 bis 2014 die Ungleichheit in der Vermögensverteilung leicht zu. Das entsprechende Barometer, der sogenannte Gini-Index, stieg laut EZB auf 68,5 von 68,0 Prozent. Bei 100 Prozent würde nur ein Haushalt sämtliches Nettovermögen besitzen. 

(Reuters)