KOF Beschäftigungsindikator - Der Schweizer Arbeitsmarkt wächst

Der Aufschwung am Schweizer Arbeitsmarkt kommt offenbar langsam in Fahrt. Der KOF-Beschäftigungsindikator kletterte im zweiten Quartal 2017 erstmals seit dem dritten Quartal 2014 wieder über die Marke von Null.
04.05.2017 09:45
SR-Tecchnics-Mechaniker arbeiten an einem Flugzeugflügel.
SR-Tecchnics-Mechaniker arbeiten an einem Flugzeugflügel.
Bild: ZVG

Der Indikator, der eine frühe Einschätzung der Lage auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht, erreichte einen Wert von +1,4 Punkten nach -0,9 Zählern (rev. von -2,1) im Quartal davor.

Der Anstieg des Indikators lasse auf eine erfreuliche Entwicklung auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt im kommenden Sommerhalbjahr hoffen, teilte die Konjunkturforschungsstelle KOF am Donnerstag mit. Er deute auch darauf hin, dass sich dies in den kommenden Monaten nicht ändern dürfte.

Der Anstieg ist laut KOF breit abgestützt. So seien die Beschäftigungspläne der Schweizer Unternehmen in vielen Dienstleistungsbranchen wie etwa im Versicherungs- und im Gastgewerbe etwas positiver als zuletzt. Erfreulich hätten sich aber auch die Beschäftigungsindikatoren des zweiten Sektors entwickelt: Im Baugewerbe stieg der Indikator auf einen Wert, der zuletzt Mitte 2014 verzeichnet wurde.

Noch kein Grund zur Euphorie

Das Gleiche gilt für die Industrie. Zwar liege der Industrieindikator weiterhin im negativen Bereich und es bestehe somit noch kein Grund zur Euphorie. Doch der neue Sektor-Wert übersteige die Werte aller vorangehenden Quartale seit dem Frankenschock anfangs 2015 recht deutlich. Demnach dürfte die verbesserte Geschäftslage dazu führen, dass Unternehmen zusätzliches Personal anstellen oder zumindest auf einen weiteren Stellenabbau verzichten werden.

Einzig der Grosshandel verzeichnet gegenüber dem Vorquartal einen Rückgang im branchenspezifischen Beschäftigungsindikator.

Der KOF Beschäftigungsindikator beruht auf den Antworten von rund 4500 privatwirtschaftlichen Unternehmen in der Schweiz, die im Rahmen der vierteljährlichen KOF Konjunkturumfragen im April zu ihrer Beschäftigungssituation und zu ihren Beschäftigungsplanungen befragt wurden. Der leicht positive Wert des Indikators beruht unter anderem darauf, dass die Zahl der Unternehmen, die einen Stellenaufbau ins Auge fassen, zurzeit leicht höher ist als die Zahl der Unternehmen, die einen Stellenabbau planen. In der Vergangenheit erwiesen sich die Umfrageergebnisse laut KOF als verlässlicher Indikator für die Beschäftigungsentwicklung in der Schweizer Privatwirtschaft in den kommenden Monaten.

(AWP)