KOF-Konsensus - Ökonomen senken Wirtschaftsprognose für die Schweiz

Die von der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich vierteljährlich befragten Konjunkturexperten (KOF-Konsensus) sind für das laufende Jahr etwas pessimistischer eingestellt als noch im Juni.
24.09.2019 09:53
Schweizer Flagge flattert straff im Bergwind.
Schweizer Flagge flattert straff im Bergwind.
Bild: cash

Insbesondere bei den Investitionen scheint sich die Lage einzutrüben. Die Konjunkturexperten erwarten für 2019 in der Schweiz neu ein BIP-Wachstum in Höhe von 1,0 Prozent, wie die KOF am Dienstag mitteilte. Bei der letzten Umfrage im Juni hatte man noch mit einem Anstieg des realen BIP von 1,3 Prozent gerechnet.

Pessimistischer gestimmt sind die von der KOF befragten Ökonomen vor allem mit Blick auf die Entwicklung der Ausrüstungs- und Bauinvestitionen. Diese wurden deutlich nach unten revidiert. Sie gehen nun von einer Zunahme der Ausrüstungsinvestitionen im laufenden Jahr von 0,8 Prozent aus und haben damit die bisherigen Prognosen um 0,7 Prozentpunkte gesenkt.

Auch für die realen Exporte erwarten die Prognostiker einen schwächeren Anstieg als im Juni. Der Consensus-Wert liegt für 2019 bei 2,0 Prozent nach 2,6 Prozent vor drei Monaten.

Für das Jahr 2020 gehen die Ökonomen nach wie vor von einer leichten konjunkturellen Beschleunigung aus. Die BIP-Prognose senken sie aber um 0,2 Prozentpunkte auf plus 1,3 Prozent. Die Prognose für die durchschnittliche Arbeitslosenquote liegt für 2019 bei 2,4 Prozent und für das Folgejahr bei 2,5 Prozent.

Langfristig für die kommenden fünf Jahre sollte die Wirtschaftsleistung in der Schweiz gemäss dem KOF-Konsensus im Durchschnitt um jährlich 1,4 Prozent (Juni-Umfrage: 1,6%) anziehen. Die erwartete Arbeitslosenquote liegt dabei mit 2,8 aber unter den im Juni prognostizierten 3,0 Prozent.

Tiefere Zinsprognose

Die Konjunkturauguren haben auch ihre Erwartungen bezüglich der Zinsentwicklung deutlich nach unten gesenkt. Gemäss Konsensus-Befragung könnten der Zinssatz des 3-Monats-Libors innerhalb der nächsten 12 Monate auf -0,63 Prozent und der Kassazins der 10-jährigen Bundesobligation auf -0,51 Prozent sinken.

Die Wechselkursprognose des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro in den nächsten drei Monaten liegt bei 1,09 Franken pro Euro. Im Juni lag sie noch bei 1,13. In den kommenden zwölf Monaten erwarten die Ökonomen einen Kurs von 1,10 nach zuvor 1,14 Franken pro Euro.

Auch den US-Dollar sieht man im Vergleich zum Schweizer Franken sinken. Die Ökonomen gehen von einem Kurs von 0,98 (Juni: 1,00) in drei Monaten und einem Kurs von 0,97 (Juni: 0,98) in 12 Monaten aus.

Beim Swiss Performance Index (SPI) wird in den nächsten drei Monaten ein Rückgang auf rund 11'830 Punkte erwartet. In 12 Monaten soll er bei rund 11'900 Punkten liegen. Aktuell notiert der SPI bei 12'174 Punkten.

An der Umfrage nahmen laut den Angaben 17 Ökonomen teil.

(AWP)